Lange galt Viktor Orbán der deutschen Rechten als großes Vorbild. Mithilfe staatlicher Macht baute er gemeinsam mit seiner Fidesz-Partei Medien, Kultur und politische Institutionen um. Der ungarische Intellektuelle Márton Békés erklärte 2023 in seinem Buch „Nationaler Block“, warum dieses Projekt aus seiner Sicht eine dauerhafte rechte Hegemonie geschaffen habe. Der Jungeuropa-Verlag empfahl das Buch der AfD ausdrücklich als strategische Lektüre.
Békés beschreibt Orbáns Machtübernahme nicht als gewöhnlichen Regierungswechsel, sondern als Aufbau eines neuen „nationalen Blocks“ – angelehnt an Antonio Gramscis Begriff des historischen Blocks. Dabei betreibt Békés keinen typischen Gramscianismus von rechts. Vielmehr dreht er Gramsci um, indem er gerade nicht beschreibt, wie jahrelange kulturelle Vorarbeit zur politischen Macht führt, sondern aufzeigt, wie erst der Wahlsieg und der Zugriff auf den Staat es ermöglichten, eine gesellschaftliche Hegemonie zu organisieren.
Heute liest sich „Nati…
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