Spätestens seit der Correctiv-Recherche vor zwei Jahren zählt Martin Sellner zu den bekanntesten Gesichtern der deutschsprachigen radikalen Rechten. Wir nehmen die aktuellen Debatten um eine Veranstaltung von Sellner mit der AfD-Abgeordneten Lena Kotré zum Anlass, um über ihn als politischen Typus zu sprechen: als Aktivisten, Strategen und Bewegungsunternehmer.
Wir analysieren das ambivalente Verhältnis zwischen Partei und rechtsradikalem Vorfeld und fragen, warum die AfD immer wieder auf Sellners Begriffe und Deutungsmuster zurückgreift, sich zugleich aber formell von seiner Person distanzieren muss.
Im Zentrum der Folge steht Sellners Denken: seine Vorstellung von Remigration, seine strategische Fixierung auf einen rechten Hauptwiderspruch und sein Versuch, langfristig eine Verschiebung des politischen Koordinatensystems zu erreichen.
Wir diskutieren außerdem die Grenzen der Figur des Bewegungsunternehmers. Welche Dynamiken entstehen, wenn politische Relevanz dauerhaft über Aufmerksamkeit hergestellt werden muss? Wie abhängig ist Sellner von seinem Publikum und seinen Unterstützern? Um das zu verstehen, werfen wir einerseits einen Blick in seine Bücher und haken andererseits bei Martin Sellner selbst nach.
Abschließend fragen wir, welche strukturelle Funktion Sellner für die rechtsradikale Bewegung insgesamt erfüllt, inwiefern er ihr nutzt und zugleich zum Problem werden könnte.
Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt (zum Beispiel diese hier), sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und über die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterstützen und erhältst Zugriff auf alle Folgen:











