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Avatar von Taco

Mir erschließt sich noch nicht wirklich, wie sich ein transatlantisch orientiertes Milieu, das sich „kulturell an den USA orientiert, den Westen als Zivilisationsprojekt versteht und Israel als Vorposten dieses Projekts betrachtet“ in „Feindschaft gegen die liberale Ordnung“ befinden kann. Ist nicht die liberale Ordnung genau das, was der transatlantische Westen gebaut und lange verteidigt hat? Oder definiert ihr die liberale Ordnung anders?

In der AfD sehe ich (von wenigen Ausnahmen abgesehen) gerade kein solches Milieu, sondern allenfalls eine taktische pro-amerikanische Positionierung, die auf die aktuelle Administration beschränkt bleibt und der AfD gerade um die Ohren fliegt.

Avatar von David Weiss

Vielen Dank für die präzise Zusammenfassung!

In eurem allerersten Podcast hattet ihr darauf verwiesen, dass der transatlantische Flügel des Vorfelds, allen voran Nius, gerne die Brandmauer in die AfD reinverschieben würde, in erster Linie den Anti-USA- und -Israel-Flügel raushalten und die Partei so „regierungsfähig“ machen möchte. Auch vor diesem Hintergrund scheint die Kritik an Weidel und Chrupalla durch JF, Nius und Co. so ungewöhnlich drastisch auszufallen, einfach gesagt: Reichelt sieht schlicht die Melonisierung bedroht.

Vor dem Hintergrund aber die Frage: Woher kommt das, wie ihr ja auch sagt, durchaus überraschende Statement von Weidel und Chrupalla? Kann das zweite von euch skizzierte Lager das als Hegemonieerfolg in der außenpolitischen Positionierung der Partei verbuchen? Oder sind Sätze wie „die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse” eher der vor ein paar Wochen kommunizierten Linie geschuldet, sich außenpolitisch etwas mehr zurückzuhalten und sich in der Positionierung auf die Linie „wir sprechen stets von deutschen Interessen und kritisieren vor diesem Hintergrund die Bundesregierung“ zurückzuziehen?

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