<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Über Rechts]]></title><description><![CDATA[Wir beobachten die Rechten, damit ihr es nicht müsst.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!mEqs!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F8364cf34-6b02-45d4-a5fc-39e0594aa1fc_1000x1000.png</url><title>Über Rechts</title><link>https://www.ueberrechts.de</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Wed, 29 Apr 2026 11:48:11 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.ueberrechts.de/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Nils Schniederjann & Sebastian Friedrich]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Nils Schniederjann]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Nils Schniederjann]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[kontakt@ueberrechts.de]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Nils Schniederjann]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Ein Jahr Merz als Kanzler: Der verspätete Merkelist]]></title><description><![CDATA[Nach knapp einem Jahr entpuppt sich der angek&#252;ndigte Hardliner als Merkel-Imitator. Doch ihr Politikmodell funktioniert inzwischen nicht mehr.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/ein-jahr-merz-als-kanzler</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/ein-jahr-merz-als-kanzler</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 29 Apr 2026 11:45:21 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/54e46acc-db88-4f63-a62a-c240be1f896e_3150x2228.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Auf der diesj&#228;hrigen Hannover Messe gab es eine kuriose Situation: Der CEO eines Automationsunternehmens begr&#252;&#223;te den Bundeskanzler mit einem kleinen Versprecher: &#8222;Herr Merkel!&#8220; Beim Kanzler kam das nicht gut an, der CEO korrigierte sich schnell, doch ganz falsch lag der Unternehmer nicht. Denn versucht man, ein Jahr nach Amtsantritt eine erste Bilanz der Regierung Friedrich Merz zu ziehen, sind &#196;hnlichkeiten zur Kanzlerschaft von Angela Merkel nur schwer zu &#252;bersehen.</p><p>Dabei war Merz im Wahlkampf noch mit markigen Spr&#252;chen aufgetreten. Eine &#8222;echte Wirtschaftswende&#8220; hatte er versprochen, eine grundlegende Umkehr in der Migrationspolitik. Die Gr&#252;nen, so die oft wiederholte Diagnose aus der CDU, stellten die schlechtesten Minister in der Geschichte der Bundesrepublik und ohne die miserable Ampelpolitik w&#228;re die AfD l&#228;ngst am Boden.</p><p>Dass Merz dann kurz vor der Bundestagswahl die Stimmen der AfD in Kauf nahm, um einen migrationspolitischen Entschlie&#223;ungsantrag durch den Bundestag zu bringen, schreckte viele auf. In linksliberalen Kreisen festigte sich damit das Bild eines Hardcore-Konservativen, der die Republik nach rechts rei&#223;en w&#252;rde. Im konservativen Lager wuchs umgekehrt die Hoffnung auf einen radikalen Reformer, der das Merkel-Erbe endlich entsorgt. Nach einem Jahr muss man sagen: Beide Lager haben sich verkalkuliert.</p><p><strong>Pragmatismus im Inneren, Kontinuit&#228;t im Au&#223;en</strong></p><p>Die wirtschaftspolitische Bilanz ist aus konservativer Perspektive ern&#252;chternd. Der &#8222;Herbst der Reformen&#8221; entpuppte sich als Luftnummer. Zwar treten Gesundheitsministerin Nina Warken und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche immer wieder mit Vorschl&#228;gen an die &#214;ffentlichkeit, die vor allem die unteren Einkommensgruppen erheblich belasten w&#252;rden. Doch nachdem Reiche SPD-Finanzminister Lars Klingbeil zuletzt scharf kritisiert hatte, rief Merz seine Wirtschaftsministerin sogar &#246;ffentlichkeitswirksam zur&#252;ck. Er sei &#8222;befremdet &#252;ber den &#246;ffentlichen Schlagabtausch&#8220;, lie&#223; er sich zitieren. Schon unmittelbar vor seiner Wahl hatte Merz mit dem alten Bundestag das 500-Milliarden-Sonderverm&#246;gen durchgebracht. Auch das deutete bereits darauf hin, dass hier jemand bereit ist, eher pragmatischer Notwendigkeit zu folgen als ordoliberalen Prinzipien.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Unterst&#252;tze jetzt <em>&#220;ber Rechts</em>, um in Zukunft keinen Text von uns zu verpassen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Auch au&#223;enpolitisch ist die Ver&#228;nderung eher gering. Zwar ist die &#8222;feministische Au&#223;enpolitik&#8220; Geschichte. Doch die feste Verankerung Deutschlands in EU und NATO hatte auch die Vorg&#228;ngerregierung nie infrage gestellt, ebenso wenig die enge Kooperation mit Washington. Au&#223;enminister Johannes Wadephul fasste es <a href="https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesthemen/video-1464914.html">kurz nach seiner Ernennung in einem Interview</a> bereits treffend zusammen: In der Au&#223;enpolitik gebe es &#8222;im Wesentlichen Kontinuit&#228;t&#8221;. Im vergangenen Sommer stoppte Merz dann sogar die Waffenlieferungen nach Israel f&#252;r mehrere Monate. Die Ampel hatte sich einen solchen Schritt nicht getraut.</p><p><strong>Orientierung an der Mitte statt Wende nach rechts</strong></p><p>Bleibt die Migrationspolitik. Hier liefert Merz, was er versprochen hat: mehr Zur&#252;ckweisungen, Abschiebungen nach Afghanistan, die Ank&#252;ndigung, hunderttausende Syrer abzuschieben, die Aussetzung des Familiennachzugs, dazu kommt die migrationspolitisch aufgeladene &#8222;Stadtbild&#8220;-Debatte. Im Umgang mit der AfD selbst bleibt der Kanzler hingegen unmissverst&#228;ndlich. Trotz des Risses, den Merz der Brandmauer Anfang 2025 durch die gemeinsame Abstimmung im Bundestag zuf&#252;gte, h&#228;lt sie weiter. Merz k&#252;ndigte sogar wiederholt an, die AfD zum &#8222;Hauptgegner&#8220; machen zu wollen. <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-debatte-brandmauer-merz-100.html">Wenn er sagt</a>, dass die AfD &#8222;die Bundesrepublik Deutschland, wie sie seit Adenauer gepr&#228;gt worden ist und wie sie die CDU mitgepr&#228;gt hat&#8220;, insgesamt infrage stelle, zeugt das von einer durchaus realistischen Lageeinsch&#228;tzung.</p><p>Wer also eine klar rechte Wende im Kanzleramt prognostiziert hat, lag daneben. Das B&#252;ndnis mit Rechtsau&#223;en sucht Merz so wenig, wie Merkel es suchte. Er versucht, in die Mitte vorzudringen, exakt wie sie. Dass er sich damit in eine lange Tradition stellt, blenden er und die breite &#214;ffentlichkeit gleicherma&#223;en gerne aus.</p><p><strong>Merz auf Spuren von Merkel</strong></p><p>Denn auch Merkel galt vor ihrer Kanzlerschaft als neoliberale &#8222;Radikalreformerin&#8220;. Der Spiegel schrieb damals, sie wolle &#8222;die Sozialsysteme so kr&#228;ftig umpfl&#252;gen, dass alle noch auf den Reichskanzler Bismarck zur&#252;ckgehenden Konzepte nach und nach aus dem Programm der Partei verschwinden&#8220;. Auf dem Leipziger Parteitag 2003 forderte der Leitantrag eine Flat Tax sowie tiefe Einschnitte bei Renten und Sozialausgaben. Merz jubelte damals, das sei &#8222;der Anfang vom Ende der Sozialdemokratisierung der Union.&#8220;</p><p>Doch im Wahlkampf 2005 fand dieser Kurs keine Mehrheit. Mit 35,2 Prozent erzielte Merkel beinahe das schlechteste Unionsergebnis seit Jahrzehnten, gerade einmal 0,1 Prozentpunkte besser als das Wahldebakel von 1998. Damals gewann die SPD die Wahl. Merkels Union landete 2005 nur auf Platz eins, weil die SPD noch schlechter abschnitt. F&#252;r die angeschlagen ins Amt gekommene Bundeskanzlerin war es ein einschneidendes Ergebnis: Aus der Reformerin wurde die Pragmatikerin Merkel. &#8222;Mit einer knallharten wirtschaftsliberalen Reformagenda lassen sich keine Wahlen gewinnen&#8221;, fasste der Cicero-Journalist und Biograph Volker Resing die Lehre zusammen, die sie damals zog.</p><p>Jetzt betreibt Merz dasselbe Modell wie Merkel, allerdings auf einer nach rechts verschobenen Definition der &#8222;Mitte&#8220;. Er verwaltet die Republik der 2020er Jahre n&#228;mlich aus einer Mitte heraus, die l&#228;ngst weiter rechts liegt als zu Merkels besten Zeiten. Die &#8222;Stadtbild&#8220;-Debatte h&#228;tte Merkel so nicht gef&#252;hrt. Doch auch Merz f&#252;hrt sie nicht, weil er ein ideologischer Ausl&#228;nderfeind ist. Er f&#252;hrt sie, weil das politische Zentrum sich zumindest in migrationspolitischen Fragen deutlich verschoben hat. Das &#252;bersehen die Kritiker, die in Merz den rechten Antimerkel-Politiker sehen wollen.</p><p><strong>Andere Voraussetzungen als Merkel</strong></p><p>Ein Jahr nach Amtsantritt steht Merz von allen Seiten erheblich unter Druck. Die Union liegt in Umfragen deutlich hinter der AfD; <a href="https://www.ueberrechts.de/p/joe-kaeser-cdu-minderheitsregierung-afd">seit Monaten versuchen insbesondere rechte und wirtschaftsliberale Medien einen Koalitionsbruch herbeizuschreiben</a> und Merz zu motivieren, es lieber mit einer Minderheitsregierung zu versuchen. Die Chancen, dass Merz nicht einmal das Jahr 2026 als Kanzler &#252;berlebt, steigen auch auf den Wettplattformen:</p><div class="polymarket-embed" data-attrs="{&quot;eventSlug&quot;:&quot;friedrich-merz-out-as-chancellor-of-germany-before-2027&quot;,&quot;marketSlug&quot;:&quot;&quot;,&quot;profileName&quot;:&quot;&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;fullEmbedUrl&quot;:&quot;https://substack.com/embed/polymarket/friedrich-merz-out-as-chancellor-of-germany-before-2027?graphMode=true&quot;,&quot;isGraphMode&quot;:true}" data-component-name="PolymarketToDOM"></div><p>Der entscheidende Unterschied zwischen Merkel und Merz ist also kein ideologischer, auch kein strategischer, sondern ein struktureller: Merkels Stabilit&#228;tskurs funktionierte nur unter g&#252;nstigen &#246;konomischen Bedingungen. Ihre Kanzlerschaft profitierte von einer Phase globalen Wirtschaftswachstums, das Deutschland als Exportnation &#252;berproportional zugutekam. Dieses Modell tr&#228;gt aber nicht mehr.</p><p>Mangels nennenswerten Drucks von links wird sich Merz kaum bewegen lassen, die Binnennachfrage nachhaltig zu st&#228;rken. Und so bleibt die Wirtschaftspolitik die Sollbruchstelle dieser Regierung. Wenn die Industrie weiter schw&#228;chelt &#8211; und alles spricht daf&#252;r, dass sie das auch weiterhin tun wird &#8211; kann keine noch so harte Migrations- oder Kulturpolitik das kompensieren.</p><p>Der CEO, der Merz mit Merkel verwechselte, lag also nicht ganz falsch: Merz adaptiert das Merkel-Modell, allerdings unter Bedingungen, in denen Merkels Politikstil nicht mehr funktioniert. Dass <a href="https://www.n-tv.de/politik/Union-und-Merz-sacken-ab-AfD-hat-erstmals-fuenf-Punkte-Vorsprung-id30762862.html">eine aktuelle Umfrage</a> 83 Prozent der B&#252;rger unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers zeigt, ist daf&#252;r nur das deutlichste Symptom. Unter diesen Bedingungen ist kaum vorstellbar, dass das Modell Merz sich lange h&#228;lt.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Keine grüne Modernisierung? Dann wenigstens eine autoritäre]]></title><description><![CDATA[Joe Kaeser galt als Gesicht des gr&#252;nen Kapitalismus. Jetzt fordert der Ex-Siemens-Chef eine Minderheitsregierung der Union und nimmt eine Kooperation mit der AfD in Kauf.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/joe-kaeser-cdu-minderheitsregierung-afd</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/joe-kaeser-cdu-minderheitsregierung-afd</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 12:52:16 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/3b1f1d5b-0c99-4470-a7a4-04abb1a282af_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der gr&#252;ne, inklusive Kapitalismus in Deutschland einmal ein Gesicht hatte, dann war es das von Joe Kaeser. Der fr&#252;here Siemens-CEO, heute Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck, gab &#252;ber Jahre den <em>believer in inclusive capitalism</em>. 2021 <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FBS53pDsOXg">trat er etwa auf dem Parteitag der Gr&#252;nen auf</a>, als es kurzzeitig so aussah, als k&#246;nne Annalena Baerbock das Erbe von Angela Merkel antreten. Kaeser warb damals f&#252;r eine sozial-&#246;kologische Marktwirtschaft und riet den Gr&#252;nen, die Chance nicht zu vergeben, &#8222;von der Abteilungsleitung Umwelt in den Vorstand Deutschland aufzusteigen&#8220;.</p><p>Er unterst&#252;tzte Baerbock damals offen im Wahlkampf, warb f&#252;r einen sozialeren, &#246;kologischen Kapitalismus &#8211; und er positionierte sich immer wieder gegen die AfD. 2018, nach Alice Weidels Bundestagsrede &#252;ber &#8222;Kopftuchm&#228;dchen&#8220; und &#8222;Messerm&#228;nner&#8220;, <a href="https://x.com/JoeKaeser/status/996700947966513152">schrieb er auf Twitter</a>, ihm sei ein Kopftuchm&#228;del lieber als ein Bund Deutscher M&#228;del. 2019 <a href="https://x.com/JoeKaeser/status/1145207900354338816">kritisierte er sogar &#246;ffentlich</a> die Festnahme von Carola Rackete, als diese das Seenotrettungsschiff &#8222;Sea Watch 3&#8220; steuerte. </p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Zuletzt wandte er sich auch gegen die migrationsfeindliche Politik der AfD: Der Fachkr&#228;ftemangel, so Kaeser, lasse sich nicht durch mehr Geburten l&#246;sen. Noch vor einem Jahr meinte er aber, sein Urteil &#252;ber Alice Weidel nach einem Talkshow-Auftritt <a href="https://x.com/JoeKaeser/status/1886168686702019016">korrigieren zu m&#252;ssen</a>: &#8222;Sie ist kein Nazi und auch nicht dumm. Sie ist einfach verhaltensgest&#246;rt und auch DESHALB eine Gefahr f&#252;r die Demokratie.&#8220;</p><p>So weit das Bild, das Kaeser jahrelang von sich zeichnete. Am Montag dann ver&#246;ffentlichte <em>The Pioneer</em> ein bemerkenswertes Interview, das Gabor Steingart mit dem Manager gef&#252;hrt hat. Jetzt klingt es, als spreche dort ein v&#246;llig anderer Mann. </p><div id="youtube2-SHSpzpBy1rs" class="youtube-wrap" data-attrs="{&quot;videoId&quot;:&quot;SHSpzpBy1rs&quot;,&quot;startTime&quot;:null,&quot;endTime&quot;:null}" data-component-name="Youtube2ToDOM"><div class="youtube-inner"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/SHSpzpBy1rs?rel=0&amp;autoplay=0&amp;showinfo=0&amp;enablejsapi=0" frameborder="0" loading="lazy" gesture="media" allow="autoplay; fullscreen" allowautoplay="true" allowfullscreen="true" width="728" height="409"></iframe></div></div><p>Die Union, so Kaeser, stecke in einer taktischen Sackgasse. Sie k&#246;nne derzeit nur mit der SPD koalieren und brauche den Mut, sich von diesem Koalitionszwang zu befreien. Es werde sich zeigen, ob sie bereit sei, &#8222;mit einer Minderheitsregierung das Land durchzusch&#252;tteln&#8220;. Dann endlich gebe es einen Riesenaufruhr. Die Brandmauer, antwortet er auf Nachfrage, werde &#8222;in Flammen aufgehen oder auch nicht&#8220;. Kaeser weiter:</p><blockquote><p>&#8222;Unser Land braucht eine Art Disruption, das Gef&#252;hl, jetzt muss endlich etwas passieren, oder das Gef&#252;hl, es ist jetzt endlich etwas passiert.&#8221;</p></blockquote><p>Aus dem Apologeten des inklusiven Kapitalismus ist ein F&#252;rsprecher der autorit&#228;ren Disruption geworden. Kaeser ist damit nicht der erste Wirtschaftsvertreter, der laut &#252;ber ein Ende der Brandmauer nachdenkt. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht irgendein Verbandsfunktion&#228;r oder Firmenboss eine Minderheitsregierung der Union fordert und damit faktisch den Einfluss der AfD legitimiert. Bemerkenswert ist, dass sich jetzt ausgerechnet Kaeser einreiht. Die Verschiebung im deutschen Kapital hat offenbar auch jene erfasst, die sich lange als progressive Modernisierer stilisierten.</p><p>Grunds&#228;tzlich d&#252;rfte er seine Einsch&#228;tzung der AfD eher nicht ge&#228;ndert haben. Eine Minderheitsregierung bedeutet formal keine Zusammenarbeit mit der AfD. Kooperationen mit den Rechten w&#228;ren allerdings der logisch n&#228;chste Schritt, ohne ihre Stimmen lie&#223;e sich eine solche Konstruktion nicht stabilisieren. Schnittmengen zwischen Union und AfD finden sich genug: Austrocknung kritischer NGOs, Migrationsabwehr, Law and Order, Deregulierung, Schr&#246;pfen des Sozialstaats. Gerade die letzten Punkte d&#252;rften die Disruptionsfans in den Aufsichtsr&#228;ten &#252;berzeugen. Offenbar ist die Entt&#228;uschung &#252;ber die Regierung inzwischen also st&#228;rker als die &#220;berzeugung, sich gegen rechts positionieren zu m&#252;ssen.</p><p>Wenn schon keine gr&#252;ne Modernisierung mehr in Sicht ist, dann wenigstens eine autorit&#228;re.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Hat die Rechte ihren Zenit überschritten?]]></title><description><![CDATA[Orb&#225;n ist abgew&#228;hlt, Trump so unbeliebt wie nie &#8211; ist der H&#246;hepunkt der Rechten vielleicht schon &#252;berschritten? Wir schauen kritisch auf zwei journalistische Analysen.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/hat-die-rechte-ihren-zenit-ueberschritten</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/hat-die-rechte-ihren-zenit-ueberschritten</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Apr 2026 05:41:22 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/194436268/f9551b253ee8893d1443a4efd35a842f.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Viktor Orb&#225;n ist nach 16 Jahren abgew&#228;hlt, die AfD hat weiterhin keine Machtperspektive und die MAGA-Bewegung scheint langsam auseinanderzubrechen. K&#246;nnte es sein, so fragen zwei journalistische Analysen, dass die Rechtspopulisten schon am H&#246;hepunkt ihrer Macht angekommen sind?</p><p>Wir schauen in dieser Folge auf <a href="https://www.zeit.de/politik/2026-04/rechtspopulismus-europa-viktor-orban-usa-donald-trump">einen Text von Bernd Ulrich und Robert Pausch bei der Zeit</a> und auf <a href="https://www.stern.de/politik/deutschland/warum-die-afd-nicht-so-stark-ist--wie-sie-glauben-machen-will-37259186.html">eine Analyse von Martin Debes im Stern</a>. Beide Texte setzen sich mit den inneren Widerspr&#252;chen und Herausforderungen rechter Bewegungen auseinander. Beide Analysen teilen im Kern die Sto&#223;richtung, in die auch wir in den vergangenen Monaten gezeigt haben. Trotzdem halten wir sie letztlich f&#252;r fehlerhaft. Warum, diskutieren wir in dieser Folge.</p><p>Dies ist eine von mehreren Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es mindestens eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Warum wir nicht von Faschismus sprechen]]></title><description><![CDATA[Jetzt anh&#246;ren | Angesichts der St&#228;rke der AfD ist immer h&#228;ufiger von Faschismus die Rede. Doch ist das ein geeigneter Begriff, um die Gegenwart zu begreifen?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/warum-wir-nicht-von-faschismus-sprechen</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/warum-wir-nicht-von-faschismus-sprechen</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sun, 12 Apr 2026 04:56:56 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/193940851/f41650ddbdea32974eb8c18aaaf5a2aa.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ausgehend von aktuellen Debatten diskutieren wir verschiedene Begriffsangebote, die derzeit im Umlauf sind. Wir sprechen &#252;ber den Faschismusbegriff im Alltagsverstand, &#252;ber den Begriff des &#8222;demokratischen Faschismus&#8220; bei Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey sowie &#252;ber den Begriff der Faschisierung, wie ihn etwa Mario Candeias verwendet. </p><p>Dabei interessiert uns nicht nur, was diese Begriffe sichtbar machen, sondern auch, was sie unscharf werden lassen: Welche historischen Assoziationen rufen sie auf? Wo drohen sie, Unterschiede zwischen Konservatismus, Rechtsradikalismus und faschistischen Projekten einzuebnen? Und was geschieht, wenn gesellschaftliche Entwicklungen vorschnell unter einen Begriff gefasst werden, der in Deutschland fast unweigerlich an die faschistische Diktatur des 20. Jahrhunderts erinnert?</p><p>Wir diskutieren, warum wir weder von Faschismus noch von Faschisierung sprechen w&#252;rden und weshalb uns stattdessen der Begriff des autorit&#228;ren Kapitalismus analytisch weiterf&#252;hrt. Mit dem Begriff, wie ihn etwa Frank Deppe verwendet, wird verst&#228;ndlicher, dass autorit&#228;re Verschiebungen nicht nur von der AfD ausgehen, sondern auch ohne sie l&#228;ngst vorangetrieben werden: durch versch&#228;rften Klassenkampf von oben, Aufr&#252;stung, Disziplinierung, den Abbau demokratischer Handlungsspielr&#228;ume und die wachsende Bedeutung exekutiver Macht. </p><p>Zugleich erlaubt dieser Begriff, die m&#246;gliche Funktion der AfD genauer zu bestimmen: nicht nur als radikale Oppositionskraft, sondern auch als m&#246;glicher rechter Fl&#252;gel eines zunehmend autorit&#228;ren kapitalistischen Projekts.</p><p>Die Folge ist damit ein Pl&#228;doyer f&#252;r begriffliche Pr&#228;zision. Wir wollen die gegenw&#228;rtige politische Entwicklung weder verharmlosen noch alarmistisch &#252;berzeichnen, sondern genauer verstehen.</p><p>Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ist die AfD die einzige Partei, die noch an Politik glaubt?]]></title><description><![CDATA[Die AfD verspricht den Primat der Politik: Sie will gestalten, wo andere verwalten. Doch wer sich ihre Vordenker anschaut, merkt, dass die Rechte die Welt eigentlich f&#252;r unver&#228;nderlich h&#228;lt.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/afd-primat-der-politik</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/afd-primat-der-politik</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 06:32:45 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/d2dbabb4-d107-4051-8e58-efbfaa33c065_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Die Altparteien behaupten immer, das, was wir wollten, w&#228;re unm&#246;glich. Wir treten mit unserem Regierungsprogramm den Gegenbeweis an: Alles ist m&#246;glich!&#8220; &#8211; So steht es in der Pr&#228;ambel des <a href="https://table.media/assets/berlin/26-01-23_entwurf_afd-regierungsprogramm-2026-sachsen-anhalt.pdf">Wahlprogramms</a>, das die AfD in Sachsen-Anhalt kommendes Wochenende beschlie&#223;en will. &#8222;Regierungsprogramm&#8221; hat die Partei das Dokument &#252;berschrieben, nicht Wahlprogramm. Es geht ihr darin nicht nur darum, Versprechen aufzulisten. Vielmehr will die AfD beweisen, dass sie regieren kann.</p><p><strong>Der Primat des Politischen</strong></p><p>Alles ist m&#246;glich. Je l&#228;nger man &#252;ber diesen Satz nachdenkt, desto mehr scheint er eines der Kernversprechen der AfD &#252;berhaupt zu sein. Es gibt viele Gr&#252;nde, warum Menschen diese Partei w&#228;hlen, und sie alle wurden in den vergangenen Jahren rauf und runter diskutiert: die Ablehnung der Migrationspolitik, wirtschaftliche Abstiegs&#228;ngste, die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, das Gef&#252;hl, von der Politik nicht geh&#246;rt zu werden, und und und. Aber einer der zentralen Gr&#252;nde wurde zu oft &#252;bersehen: Es ist schlicht das Versprechen, politische Entscheidungen auch dann umzusetzen, wenn Juristen sie f&#252;r rechtswidrig und &#214;konomen sie f&#252;r ruin&#246;s halten. Politik, nicht Recht; Politik, nicht Markt &#8211; die AfD verk&#246;rpert dem Selbstbild nach den Primat des Politischen.</p><p>Der Wille kommt zuerst, die Kosten sind zweitrangig. Das konnte man etwa <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8mwFMerJc7A">bei Donald Trump beobachten</a>, als beinahe alle &#214;konomen auf die enormen wirtschaftlichen Kosten seiner Z&#246;lle hinwiesen: &#8222;Well, maybe the children will have two dolls instead of 30 dolls. So maybe the two dolls will cost a couple bucks more than they would normally.&#8220; Damit war das Thema f&#252;r ihn erledigt. Man sollte nicht untersch&#228;tzen, wie attraktiv eine solche Rhetorik sein kann, wenn die Alternative darin besteht, vermeintlichen &#246;konomischen Experten und der Logik der M&#228;rkte zu folgen. Denn genau das war jahrelang die Alternative, als man auch hierzulande von einer marktkonformen Demokratie sprach &#8211; die in der Breite der Gesellschaft nicht f&#252;r mehr Wohlstand gesorgt hat. Im Gegenteil.</p><p><strong>AfD-W&#228;hler glauben am st&#228;rksten an Politik</strong></p>
      <p>
          <a href="https://www.ueberrechts.de/p/afd-primat-der-politik">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Was bringt eine Partei, wenn man rechtsradikal ist? | Erik Lehnert: „Wozu Partei?“ (Kaderschmiede)]]></title><description><![CDATA[Die Neue Rechte lehnt Parteien eigentlich rundum ab. Trotzdem setzt sie auf die AfD. Einer der wichtigsten Vordenker setzt sich in einem neuen Buch mit diesem Widerspruch auseinander.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/erik-lehnert-wozu-partei</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/erik-lehnert-wozu-partei</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Thu, 02 Apr 2026 08:26:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/192930627/d5b3332017c9c701259bde0f0159c3b8.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die rechte Parteienkritik steht vor einem grundlegenden Widerspruch: Aus ihrer Sicht f&#252;hren Parteien zur Oligarchisierung und Verkrustung, mit ihren st&#228;ndigen Streits untereinander f&#252;hren sie au&#223;erdem zu einem schwachen Staat. Zugleich bleibt die Partei im bestehenden System der wichtigste, vielleicht sogar der einzige Weg zur Macht. Ausgehend von Erik Lehnerts neuem Buch &#8220;Wozu Partei?&#8221; fragen wir deshalb: Warum engagiert man sich &#252;berhaupt in einer Partei, wenn man den Parteienstaat selbst f&#252;r das Problem h&#228;lt?</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ZYP4!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7a151287-bea7-4c31-8b59-b3ef69be9783_2100x908.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ZYP4!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7a151287-bea7-4c31-8b59-b3ef69be9783_2100x908.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Erik Lehnert ist  nicht irgendwer: Er war ein zentraler Akteur des inzwischen offiziell aufgel&#246;sten Instituts f&#252;r Staatspolitik und ist heute parlamentarischer Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag. Er ist also sowohl theoretisch versiert, als auch praktisch in die Parteiarbeit involviert.</p><p>Wir rekonstruieren zun&#228;chst die Grundthese seines Buches: Allen Wahlerfolgen der AfD zum Trotz reichen die bisherigen Erfolge aus seiner Sicht nicht aus, um die tiefe Krise&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.ueberrechts.de/p/erik-lehnert-wozu-partei">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Im Betrieb Kommunist, nach Feierabend AfD?]]></title><description><![CDATA[Bei den Betriebsratswahlen haben rechte Listen nur m&#228;&#223;igen Erfolg &#8211; obwohl die AfD unter Arbeitern so stark ist wie nie. Warum Arbeiter im Betrieb links und an der Wahlurne rechts w&#228;hlen.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/im-betrieb-kommunist-nach-feierabend</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/im-betrieb-kommunist-nach-feierabend</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 27 Mar 2026 11:11:57 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cd03d8b4-951d-4fb3-a58a-358ae3e55772_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Im Betrieb sind sie Kommunisten, nach Feierabend w&#228;hlen sie CDU.&#8220; Dieses Zitat geht h&#246;chstwahrscheinlich auf den antifaschistischen Widerstandsk&#228;mpfer und Gewerkschafter Willi Bleicher zur&#252;ck.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> Er spielte damit auf ein Ph&#228;nomen an, das die Arbeiterschaft der Autoindustrie schon damals pr&#228;gte: Im Betrieb verstanden sich die Besch&#228;ftigten als Teil einer k&#228;mpfenden Klasse, an der Wahlurne stimmten sie konservativ.</p><p>Man muss den Satz heute aktualisieren. Denn was damals die CDU war, ist heute die AfD. Bei den j&#252;ngsten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz konnte die Partei laut Nachwahlbefragungen ihren Stimmanteil unter Arbeitern <a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-22-LT-DE-RP/umfrage-afd.shtml">mehr als verdoppeln</a>:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!LPtR!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff170240d-044d-46f9-b2e1-2f8a5d0709d8_2000x1000.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!LPtR!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff170240d-044d-46f9-b2e1-2f8a5d0709d8_2000x1000.png 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>In Baden-W&#252;rttemberg landete sie unter Arbeiterinnen und Arbeitern mit deutlichem Abstand <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wahlverhalten-landtagswahl-baden-wuerttemberg-2026-100.html">auf dem ersten Platz</a>:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F2k6!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe73a4ea0-0013-44ed-bbec-ada81a87525c_2000x1000.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F2k6!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe73a4ea0-0013-44ed-bbec-ada81a87525c_2000x1000.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F2k6!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe73a4ea0-0013-44ed-bbec-ada81a87525c_2000x1000.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F2k6!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe73a4ea0-0013-44ed-bbec-ada81a87525c_2000x1000.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F2k6!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe73a4ea0-0013-44ed-bbec-ada81a87525c_2000x1000.png 1456w" sizes="100vw"><img 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pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Dabei ist eine Einschr&#228;nkung wichtig: Nachwahlbefragungen basieren auf Selbsteinsch&#228;tzungen und erfassen nur diejenigen, die tats&#228;chlich w&#228;hlen gehen. Nichtw&#228;hler und all jene, die gar nicht w&#228;hlen d&#252;rfen &#8211; etwa weil sie keine deutschen Staatsb&#252;rger sind &#8211; tauchen in den Statistiken nicht auf. Ihr Anteil ist gerade unter Arbeiterinnen und Arbeitern hoch. Doch auch andere Studien best&#228;tigen das Ph&#228;nomen.</p><h3><strong>Gewerkschaftsmitglieder w&#228;hlen h&#228;ufiger AfD als der Durchschnitt</strong></h3><p>Und selbst die Gewerkschaftsmitgliedschaft sch&#252;tzt offenbar nicht: Der langj&#228;hrige wissenschaftliche Leiter der zentralen tarifpolitischen Dokumentationsstelle der DGB-Gewerkschaften, Reinhard Bispinck, <a href="https://tarifpolitik.info/grafiken/#landtagswahl-rheinland-pfalz-2026-wie-haben-gewerkschaftsmitglieder-gew%C3%A4hlt">hat k&#252;rzlich Daten der letzten Landtagswahlen zusammengefasst</a>. In Rheinland-Pfalz und Baden-W&#252;rttemberg haben Gewerkschaftsmitglieder deutlich h&#228;ufiger die AfD gew&#228;hlt als der Durchschnittsw&#228;hler.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png" width="1456" height="728" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/e17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:728,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:98133,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/i/192257588?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kuW!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe17d6f22-bed2-4613-87d3-435d6ecf5981_2000x1000.png 1456w" sizes="100vw"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Doch wenn dieselben Arbeiter ihren Betriebsrat w&#228;hlen &#8211; also dort, wo es nicht um Berlin, Br&#252;ssel oder eine Staatskanzlei geht, sondern um die eigene Firma, das Verh&#228;ltnis von Kapital zu Arbeit, die M&#246;glichkeit, bei der eigenen Arbeit mitzuentscheiden &#8211; dann sieht das Bild v&#246;llig anders aus. Bei den diesj&#228;hrigen Betriebsratswahlen, die noch bis zum 31. Mai stattfinden, sind rechte Listen allenfalls ein Randph&#228;nomen. Rechte Einstellungen, die sich bei Parlamentswahlen in Stimmen f&#252;r die AfD &#252;bersetzen, f&#252;hren im Betrieb offenbar nicht zu rechten Mehrheiten.</p><h3><strong>AfD-naher Verein Zentrum schneidet bisher schw&#228;cher ab als erhofft</strong></h3><p>Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein Verein, der sich selbst als Gewerkschaft bezeichnet: &#8222;Zentrum&#8220;. Die rechte Pseudogewerkschaft versucht seit einigen Jahren, im Windschatten des AfD-Erfolgs Mandate in den Betriebsr&#228;ten der deutschen Industrie zu erobern. Inzwischen arbeitet die AfD offen mit ihr zusammen; <a href="https://www.ueberrechts.de/p/exklusiv-afd-zentrum-alice-weidel-markus-frohnmaier">Alice Weidel und Markus Frohnmaier standen vor der Wahl in Baden-W&#252;rttemberg sogar mit Zentrum-Funktion&#228;ren vor dem Werkstor von Mercedes-Benz</a>. In der medialen Berichterstattung steht der Verein deshalb immer wieder im Fokus &#8211; eine Aufmerksamkeit, die der Verein auf den ersten Blick kaum verdient. Gerade einmal 100 Mandate soll Zentrum bundesweit kontrollieren, bei rund 200.000 Betriebsrats- und Personalratsmandaten im ganzen Land.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Abonniere <em>&#220;ber Rechts</em>, um k&#252;nftig keinen unserer Texte zu verpassen. 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Anders sah es in Zwickau aus, wo sich Zentrum das ambitionierteste Ziel gesetzt hatte: Eine von ihr unterst&#252;tzte Liste sollte die Mehrheit im Betriebsrat holen. Stattdessen bekam sie, wie schon vor vier Jahren, nur 4 von 35 Mandaten.</p><p>Der Soziologe Klaus D&#246;rre h&#228;lt die bisherigen Ergebnisse f&#252;r ein schlechtes Zeichen f&#252;r die Rechten. Gerade die misslungene Wahl in Zwickau sei eine schwere Schlappe. Sein Befund: &#8222;Es ist nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen nirgendwo gelungen, Arbeiter-Stimmen f&#252;r die AfD in Zustimmung zu rechtsextremen Betriebsratslisten umzum&#252;nzen.&#8220;</p><p>Auch Fanny Staudinger vom <a href="https://baden-wuerttemberg.igmetall.de/die-bezirksleitung/verein-zur-bewahrung-der-demokratie">Verein zur Bewahrung der Demokratie</a>, der von der IG Metall mitinitiiert wurde, spricht auf Anfrage von einem &#8222;marginalen Erfolg&#8220; der Rechten. Zwar habe Zentrum leichte Zuw&#228;chse verzeichnet und in einigen Firmen erstmals Mandate errungen. Insgesamt seien es aber weiterhin sehr wenige Sitze. Das gelte selbst, wenn man einberechnet, dass es einige &#8222;Tarnlisten&#8220; gebe, also Listen, die unter anderem Namen antreten, aber in engem Austausch mit Zentrum stehen. Aktuell lassen sich Zentrum nur 25 eindeutige Mandate zurechnen, wahrscheinlich seien es mehr.</p><h3><strong>Politische Fragen spielen im Betrieb kaum eine Rolle</strong></h3><p>Wie also kann es sein, dass Arbeiter bei Parlamentswahlen eher rechts und bei Betriebsratswahlen eher gewerkschaftsnah w&#228;hlen? Die Arbeitssoziologin Nicole Mayer-Ahuja erkl&#228;rt das gegen&#252;ber <em>&#220;ber Rechts</em> so: &#8222;In jedem Kopf haben ganz unterschiedliche Identit&#228;ten Platz.&#8220; Sie verweist auf das eingangs genannte Zitat und formuliert die dahinterliegende Logik: Im Betrieb verstehen sich die meisten als Teil der arbeitenden Klasse. Der Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit ist dort sp&#252;rbar: Man steht als Belegschaft dem Management gegen&#252;ber, wird als abh&#228;ngig Besch&#228;ftigter vom Betriebsrat vertreten, k&#228;mpft als Gewerkschaft gemeinsam f&#252;r Tarifvertr&#228;ge. Politische Fragen, die dar&#252;ber hinausgehen &#8211; Migration, Identit&#228;t, die gro&#223;en Kulturk&#228;mpfe &#8211; spielen im Betrieb meist keine gro&#223;e Rolle.</p><p>Bei den Betriebsratswahlen profitiert davon der Platzhirsch: die IG Metall, die in den vergangenen Jahren vor allem als Tarifexpertin aufgetreten sei und sich mit politischer Positionierung &#8222;eher zur&#252;ckgehalten&#8220; habe, wie es Mayer-Ahuja ausdr&#252;ckt. Die IG Metall profitiert, so kann man das verstehen, bei den Betriebsratswahlen gerade davon, dass sie sich auf das Materielle konzentriert und die politischen Grabenschlachten anderen &#252;berl&#228;sst. Fanny Staudinger vom gewerkschaftsnahen Verein zur Bewahrung der Demokratie sieht das &#228;hnlich: &#8222;Noch k&#246;nnen die Gewerkschaften davon profitieren, dass viele im Betrieb ihnen zutrauen, erfolgreich f&#252;r konkrete, sp&#252;rbare Verbesserungen k&#228;mpfen zu k&#246;nnen.&#8220;</p><h3><strong>Wie lange k&#246;nnen Gewerkschaften ihre Vormachtstellung behaupten?</strong></h3><p>Die Frage ist, wie lange dieses fragile Gleichgewicht h&#228;lt. Die Industriekrise wird nicht abebben, und Zentrum wird die Zugewinne nutzen, um seinen Einfluss auszubauen. &#8222;Zentrum wird in Zukunft nicht weniger aktiv sein&#8220;, warnt Fanny Staudinger. &#8222;Sie werden vielmehr versuchen, sich noch st&#228;rker mit der AfD zu verzahnen und sich mit anderen Akteuren des AfD-nahen Vorfelds zu vernetzen.&#8220;</p><p>Ob die IG Metall ihre Vormachtstellung behaupten kann, h&#228;ngt aber nicht nur von Zentrum ab. Nicole Mayer-Ahuja verweist auf die enormen Herausforderungen, vor denen die Belegschaften stehen: &#8222;Viele, etwa bei Automobilfirmen und ihren Zulieferern, stehen unter enormem Druck. Die stockende Transformation zur E-Mobilit&#228;t, wachsende internationale Konkurrenz, hohe Gewinnerwartungen der Eigent&#252;mer und Aktion&#228;re f&#252;hren dazu, dass massenhaft Arbeitspl&#228;tze abgebaut und geltende Arbeitsstandards infrage gestellt werden.&#8220; Das Management erh&#246;he vielerorts den Druck &#8211; so etwa bei Volkswagen Ende 2024, als das Unternehmen mehrere Tarifvertr&#228;ge einseitig aufk&#252;ndigte. Viele Besch&#228;ftigte waren damals schockiert.</p><p>&#8222;Manche Besch&#228;ftigte d&#252;rften die IG Metall diesmal nicht gew&#228;hlt haben, weil sie die einst unanfechtbare Gewerkschaft angesichts dieser Entwicklung als hilflos empfinden und sich ein effektiveres Co-Management w&#252;nschen &#8211; andere, weil sie von der IG Metall eine sehr viel entschiedenere Offensive gegen die Unternehmensleitung erwarten&#8220;, so Mayer-Ahuja. Die Gewerkschaft steckt damit in einem doppelten Spagat: Sie muss gleichzeitig als verl&#228;ssliche Partnerin des Managements und als kampfbereite Vertreterin der Belegschaft auftreten. Selbst Co-Management funktioniere aber nicht mehr, wenn sich das Management dem verweigert. &#8222;Dann muss man als Gewerkschaft andere Wege finden, Besch&#228;ftigteninteressen mit Nachdruck zu vertreten.&#8220;</p><p>Tut sie das nicht, droht die Logik zu kippen, die rechte Einstellungen im Betrieb bislang neutralisiert hat. Die Gleichung, die derzeit noch aufgeht &#8211; die IG Metall liefert konkrete Ergebnisse, also w&#228;hlt man sie, egal was man sonst denkt &#8211; funktioniert nur so lange, wie die Gewerkschaft diese Erwartungen auch tats&#228;chlich erf&#252;llen kann. Verliert sie diese F&#228;higkeit, k&#246;nnte sich das &#228;ndern, was bisher als selbstverst&#228;ndlich galt: dass im Betrieb rechte politische Einstellungen weniger z&#228;hlen als die konkreten &#246;konomischen Interessen. Die Hegemonie der DGB-Gewerkschaften in den Betrieben steht noch. Aber sie steht auf einem Fundament, das br&#246;ckelt.</p><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>Mit letzter Sicherheit l&#228;sst sich der Spruch Willi Bleicher nach heutigem Kenntnisstand nicht zuschreiben. Die &#220;berlieferung ist widerspr&#252;chlich, nicht zuletzt, weil verschiedene Varianten des Ausspruchs im Umlauf sind. Eine davon lautet: &#8222;Unsere Mitglieder sind im Betrieb revolution&#228;re Kommunisten, auf dem Heimweg brave Sozialdemokraten und daheim w&#228;hlen sie den Sp&#228;th und den Kohl.&#8220; F&#252;r diese Fassung gibt es einen Beleg aus dem Jahr 1986; dort erscheint sie allerdings nur als Ausspruch eines nicht namentlich genannten Stuttgarter IG-Metall-Funktion&#228;rs. Vieles spricht daf&#252;r, dass damit Franz Steink&#252;hler gemeint sein d&#252;rfte, denn die Wahlkombination Sp&#228;th/Kohl war erst ab 1982 m&#246;glich, also nach Bleichers Tod im Jahr 1981. Plausibel ist daher, dass Steink&#252;hler die 1986 dokumentierte Formulierung selbst gepr&#228;gt hat, dabei aber einen &#228;lteren, auf Bleicher zur&#252;ckgehenden Ausspruch abwandelte. Daf&#252;r spricht auch, dass er ein enger Vertrauter und Sch&#252;ler Willi Bleichers war. Zugleich berichten mehrere Zeitzeugen auf Nachfrage, sie h&#228;tten den eingangs zitierten Spruch in leichten Abwandlungen bereits in den 1970er Jahren von Willi Bleicher selbst geh&#246;rt.</p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wo steht die AfD? Fünf Erkenntnisse der Landtagswahlen]]></title><description><![CDATA[Weder Durchmarsch noch D&#228;mpfer: Die AfD holt in Baden-W&#252;rttemberg und Rheinland-Pfalz die besten Ergebnisse bei Landtagswahlen im Westen, verliert aber im Vergleich zur Bundestagswahl.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/wo-steht-die-afd-funf-erkenntnisse</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/wo-steht-die-afd-funf-erkenntnisse</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 06:09:22 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/ba1fb2af-26f5-4162-831f-5482050fb3ff_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r die AfD soll dieses Wahljahr den Durchbruch bringen. Vor allem f&#252;r die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im September hat man sich viel vorgenommen. Dort ist man in Umfragen aktuell st&#228;rkste Kraft und hofft gerade in Sachsen-Anhalt mit dem ostentativen Dauergrinser Ulrich Siegmund auf eine absolute Mehrheit. Die Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-W&#252;rttemberg sollten mit Ergebnissen jenseits der 20 Prozent den Bundestrend festigen und R&#252;ckenwind f&#252;r den Herbst geben. Auch wenn dort jeweils die beiden besten Landtagswahlergebnisse der AfD im Westen heraussprangen, konnte die Partei ihre Ziele nicht erreichen: In Baden-W&#252;rttemberg kam sie auf 18,8 Prozent, in Rheinland-Pfalz auf 19,5 Prozent. Was sagen die ersten beiden Landtagswahlen des Jahres &#252;ber den aktuellen Stand der AfD aus?</p><h3>1. Die Verwandtenaff&#228;re schadet der AfD kaum</h3><blockquote></blockquote><p>Seit Januar steht die AfD unter Druck, weil immer mehr F&#228;lle &#246;ffentlich wurden, in denen Abgeordnete Freunde oder Familienmitglieder anderer Abgeordneter bei sich besch&#228;ftigt haben. Betroffen sind nicht nur zahlreiche Mitglieder der AfD in Sachsen-Anhalt, sondern mit Markus Frohnmaier und Sebastian M&#252;nzenmaier auch zwei prominente Politiker aus den Landesverb&#228;nden im S&#252;dwesten, wo nun gew&#228;hlt wurde. Auch wenn die AfD bei beiden Wahlen hinter ihren eigenen hochgesteckten Zielen zur&#252;ckblieb, zeigt ein Blick auf die bundesweiten Umfragen, dass die Verwandtenaff&#228;re und der Vorwurf der Vetternwirtschaft der Partei quasi nicht geschadet haben.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Abonniere <em>&#220;ber Rechts</em>, um in Zukunft keinen Beitrag von uns zu verpassen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p><a href="https://www.politico.eu/europe-poll-of-polls/germany/">Alle Umfragen zusammengenommen</a> lag die AfD bis Mitte Januar, als die Verwandtenaff&#228;re Fahrt aufnahm, bei 26 Prozent &#8211; einen Prozentpunkt vor der Union. Aktuell hat sich das Verh&#228;ltnis zwar umgekehrt, die Union liegt knapp vorn. Doch der Unterschied zum Zeitpunkt vor Beginn der Verwandtenaff&#228;re ist marginal. Ein Knick in den Umfragen, wie ihn viele erhofft hatten, ist jedenfalls nicht zu erkennen.</p><h3>2. Die AfD kann landespolitisch nicht punkten</h3><p>Der Grund f&#252;r das &#8211; gemessen an den Zielen &#8211; eher schwache Abschneiden d&#252;rfte angesichts des stabilen Bundestrends eher darin liegen, dass die AfD in den Wahlk&#228;mpfen vor Ort kaum &#252;berzeugen konnte. Sie setzte vor allem auf bundespolitische Themen und hoffte, damit vom positiven Bundestrend profitieren zu k&#246;nnen. Doch sowohl in Baden-W&#252;rttemberg als auch in Rheinland-Pfalz blieb sie hinter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr zur&#252;ck.</p><p>Damals kam die AfD in Baden-W&#252;rttemberg auf 19,8 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar auf 20,1 Prozent. Jetzt landete sie jeweils knapp darunter. Das ist umso bemerkenswerter, als die AfD bei der vergangenen Bundestagswahl bundesweit auf 20,8 Prozent kam, heute in den Umfragen aber eher bei 25 Prozent steht. Daran gemessen h&#228;tte sie in Rheinland-Pfalz und Baden-W&#252;rttemberg eher bei 24 Prozent landen m&#252;ssen.</p><h3>3. Die Scheinpolarisierung zwischen etablierten Parteien kostet Stimmen</h3><p>Sowohl in Baden-W&#252;rttemberg als auch in Rheinland-Pfalz gab es bis zuletzt ein knappes Rennen um den Wahlsieg. In Baden-W&#252;rttemberg k&#228;mpfte Cem &#214;zdemir von den Gr&#252;nen mit Manuel Hagel von der Union um das Amt des Ministerpr&#228;sidenten; eine Scheinpolarisierung zwischen verschiedenen Kandidaten, die inhaltlich nicht viel trennte. Das kostete letztlich nicht nur SPD und Linken Stimmen, die stattdessen an &#214;zdemir gingen, sondern d&#252;rfte auch der AfD geschadet haben. Ein &#228;hnliches Bild zeigte sich in Rheinland-Pfalz, wo der seit eineinhalb Jahren regierende Alexander Schweitzer von der SPD gegen Gordon Schnieder von der CDU antrat.</p><p>Die Zuspitzung der Wahl auf einen Zweikampf zwischen zwei Bewerbern um das Ministerpr&#228;sidentenamt kostete die AfD nicht nur Stimmen. Sie schadete ihr vor allem deshalb, weil die Partei die Konfliktachse diesmal nicht entscheidend mitbestimmen konnte. Die AfD ist dann besonders erfolgreich, wenn es ihr gelingt, eine Wahl als Entscheidung f&#252;r oder gegen die AfD zu deuten, also das Verh&#228;ltnis zu ihr selbst zur zentralen Konfliktlinie zu machen. Wenn sich jedoch alles auf die Frage zuspitzt, ob ein CDU-Politiker oder jemand von SPD oder Gr&#252;nen Ministerpr&#228;sident wird, ger&#228;t diese f&#252;r die AfD &#228;u&#223;erst g&#252;nstige Konstellation ins Wanken. Zumindest kurzfristig.</p><h3>4. Die gesellschaftliche Brandmauer steht</h3><p>Alice Weidel sprach an beiden Wahlabenden in die Mikrofone der Fernsehsender immer wieder davon, dass es eine Mehrheit f&#252;r eine Mitte-rechts-Regierung gebe. Nimmt man CDU und AfD zusammen, g&#228;be es in der Tat in beiden Parlamenten rechnerische Mehrheiten. Ein solches B&#252;ndnis entspr&#228;che aber nicht dem Mehrheitswillen der W&#228;hler, ganz unabh&#228;ngig von der parteipolitischen Brandmauer.</p><p>In Baden-W&#252;rttemberg waren laut Infratest dimap nur <a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/charts/umfrage-afd/chart_1954489.shtml">27 Prozent der W&#228;hler</a> der Ansicht, dass die AfD an der n&#228;chsten Landesregierung beteiligt sein sollte, 70 Prozent antworteten mit Nein. In Rheinland-Pfalz fielen die Werte <a href="https://images.tagesschau.de/image/6dee436d-f246-495b-815b-417efdd37c40/AAABnRexpf8/AAABmyZE0EA/16x9-big/electionchart-ts-ltw26rp-412.jpg?width=960">sehr &#228;hnlich</a> aus. Auch mehr als 80 Prozent der CDU-W&#228;hler sprechen sich jeweils gegen eine Beteiligung der AfD an der Landesregierung aus. Eine Wechselstimmung zugunsten der AfD ist das nicht. Anders gesagt: Wenn rund 70 Prozent gegen eine Regierungsbeteiligung der AfD sind, dann steht die gesellschaftliche Brandmauer.</p><h3>5. Die AfD ist die einzige echte Krisengewinnerin</h3><p>Mittelfristig allerdings kann die AfD einigerma&#223;en entspannt einen Strich unter die ersten beiden Landtagswahlen ziehen. Denn sie bleibt die einzige echte Krisengewinnerin. In Baden-W&#252;rttemberg machten sich <a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/charts/umfrage-wahlentscheidend/chart_1926724.shtml">AfD-W&#228;hler st&#228;rker als die W&#228;hler anderer Parteien Sorgen</a> &#252;ber steigende Preise und dar&#252;ber, ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen zu k&#246;nnen. 78 Prozent der AfD-W&#228;hler stimmen der Aussage zu, aber nur etwa jeder Dritte unter den Gr&#252;nen- und CDU-W&#228;hlern. Ebenso stimmten AfD-W&#228;hler am h&#228;ufigsten der Aussage zu, sich Sorgen zu machen, den eigenen Lebensstandard k&#252;nftig nicht mehr halten zu k&#246;nnen.</p><p>Vor allem aber sollte den anderen Parteien zu denken geben, dass die AfD bei jenen besonders stark abschnitt, die ihre eigene wirtschaftliche Lage als schlecht einsch&#228;tzen. H&#228;tten in Baden-W&#252;rttemberg nur jene gew&#228;hlt, die ihre eigene wirtschaftliche Situation als schlecht bewerten, <a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/charts/umfrage-werwas/chart_1954547.shtml">w&#228;re die AfD mit 41 Prozent Wahlsieger geworden</a>. In Rheinland-Pfalz sagen <a href="https://images.tagesschau.de/image/947fe477-9fe4-4182-b780-dd6a6d4a9535/AAABnRexL7s/AAABmyZE0EA/16x9-big/electionchart-ts-ltw26rp-322.jpg?width=960">30 Prozent der AfD-W&#228;hler,</a> dass ihre pers&#246;nliche wirtschaftliche Situation schlecht ist, doppelt so hoch wie der Wert aller Befragten.</p><p>Nun l&#228;sst sich bei all diesen Werten aus Nachwahlbefragungen einwenden, dass es sich um subjektive soziale Selbsteinsch&#228;tzungen handelt und in diese auch politische Deutungsmuster einflie&#223;en. Wer insgesamt die Schnauze voll hat von der Politik und mit hochrotem Kopf aus dem Wahllokal kommt, stuft wom&#246;glich auch die eigene soziale Lage schlechter ein, als sie es nach anderen Ma&#223;st&#228;ben vielleicht ist. Dennoch geben diese Ergebnisse einen Fingerzeig darauf, dass die AfD auch in den kommenden Monaten &#8211; und vermutlich Jahren &#8211; von den sozialen und &#246;konomischen Verwerfungen profitieren k&#246;nnte. Denn ein Ende der grundlegenden Krise des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems der Bundesrepublik ist bekanntlich nicht in Sicht.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">&#220;ber Rechts ist eine von Leser unterst&#252;tzte Publikation. Um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen, ziehen Sie in Betracht, ein Free- oder Paid-Abonnent zu werden.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ist der Rechtspopulismus ein Klassenprojekt von oben? (Live)]]></title><description><![CDATA[Wie l&#228;sst sich der Aufstieg des Rechtspopulismus verstehen &#8211; als Protest der Abgeh&#228;ngten oder als gezielt vorangetriebenes Klassenprojekt? Ein neuer Sammelband versammelt Texte dazu.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/oben-rechts-rechtspopulismus-als-klassenprojekt</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/oben-rechts-rechtspopulismus-als-klassenprojekt</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 18 Mar 2026 10:37:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/191266179/0500a5a1ed3e30b422650d35e19309a3.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Seit vielen Jahren hei&#223;t es, man k&#246;nne den Aufstieg rechter Bewegungen als Gegenprotest der Globalisierungsverlierer, der Abgeh&#228;ngten, der &#8222;Somewheres&#8220; verstehen. Wenn man dem Band <em>Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt</em> folgt, der versucht, eine neue Perspektive darauf zu entwickeln, dann fehlt bei dieser Analyse jedoch ein zentraler Aspekt: Dass n&#228;mlich einige den Rechtspopulismus aktiv befeuert und betrieben haben. </p><p>Der Band wurde vom Suhrkamp-Lektor Heinrich Geiselberger herausgegeben, der schon vor fast zehn Jahren mit dem Band <em>The Great Regression</em> versucht hat, die Popularit&#228;t der Rechten nicht nur kulturell, sondern auch &#246;konomisch zu begreifen. Mit ihm und mit dem Autor und Wissenschaftler Thomas Biebricher, der einen Beitrag zu dem Buch beigesteuert hat, haben wir diskutiert, inwiefern sich der Erfolg rechter Parteien auf  Interessen zwischen unterschiedlichen Kapitalfraktionen, den Einfluss &#8222;patrimonialer&#8220; Unternehmerpers&#246;nlichkeiten und Spaltungen innerhalb der Arbeiterschaft zur&#252;ckf&#252;hren lassen.</p><p>Das Gespr&#228;ch ist ein Mitschnitt der Auftaktveranstaltung zur Reihe <em>Zeitanalysen</em>, die wir in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus Berlin organisieren. Die n&#228;chste Veranstaltung wird am 28.4. stattfinden, wenn Nils mit Mark Terkessidis &#252;ber sein neues Buch <em>Gewalt am Denken </em>spricht. Tickets f&#252;r den Abend <a href="https://lfbrecht.de/event/gewalt-am-denken/">gibt es online</a>. </p><p>Neben den kostenlosen Folgen unseres Podcast gibt es einmal pro Monat die Kaderschmiede, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[18 Prozent und ein Sieg für die Pragmatiker: Chaostage bei der AfD]]></title><description><![CDATA[Bei der Wahl in Baden-W&#252;rttemberg blieb die AfD hinter den eigenen Erwartungen zur&#252;ck und beim Landesparteitag in NRW gab es eine Schlammschlacht. Was hei&#223;t das f&#252;r die weitere Entwicklung der Partei?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/18-prozent-und-ein-sieg-fuer-die-pragmatiker</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/18-prozent-und-ein-sieg-fuer-die-pragmatiker</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Wed, 11 Mar 2026 06:55:48 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/190584386/2eaf7be0145b004145f03fdcfa1d58b9.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Es ist gerade viel in Bewegung bei der AfD. Die entt&#228;uschende Landtagswahl in Baden-W&#252;rttemberg, offene Machtk&#228;mpfe in Nordrhein-Westfalen, Debatten &#252;ber Vetternwirtschaft und wachsende Nervosit&#228;t in Teilen der Partei werfen die Frage auf: Wie stabil ist die AfD eigentlich noch?</p><p>In dieser Folge schauen wir uns zwei aktuelle Konfliktfelder genauer an. Zun&#228;chst blicken wir auf die Wahl in Baden-W&#252;rttemberg und fragen, warum die AfD ihr historisch bestes Ergebnis im Westen zugleich als Entt&#228;uschung verbuchen musste. Was sagt das &#252;ber die Grenzen ihres Erfolgs im Westen aus? Gibt es trotz hoher Umfragewerte weiterhin eine Art gl&#228;serne Decke? Und warum f&#228;llt die innerrechte Kritik an Markus Frohnmaier bislang erstaunlich verhalten aus?</p><p>Im zweiten Teil geht es um den Landesparteitag der AfD in Nordrhein-Westfalen, wo sich der gr&#246;&#223;te Landesverband der Partei &#246;ffentlich zerlegt hat. Wir rekonstruieren den Machtkampf zwischen dem eher realpolitisch auftretenden Landeschef Martin Vincentz und dem offen radikalen Lager um Matthias Helferich. Dabei zeigt sich, dass die Konflikte vor allem strategischer Natur sind: Geht es um eine Partei, die sich auf Machtoptionen vorbereitet, oder um eine fundamentaloppositionelle Kraft, die gerade aus ihrer Radikalit&#228;t ihren inneren Zusammenhalt zieht?</p><p>Abschlie&#223;end fragen wir, was sich aus all dem &#252;ber den Zustand der AfD insgesamt lernen l&#228;sst. </p><p>Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt, sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Vor der Wahl in Baden-Württemberg: Der miserable Wahlkampf des Markus Frohnmaier]]></title><description><![CDATA[In den Umfragen ging es f&#252;r die AfD in Baden-W&#252;rttemberg zuletzt bergab. Sollte sie bei der Wahl unter 20 Prozent landen, d&#252;rfte die Partei noch nerv&#246;ser werden.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/baden-wurttemberg-afd-markus-frohnmaier</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/baden-wurttemberg-afd-markus-frohnmaier</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 06 Mar 2026 11:50:12 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/76396132-465f-485b-a1f7-2f50966bfb61_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die AfD steuert in Baden-W&#252;rttemberg auf ihr historisch bestes Landtagswahlergebnis in Westdeutschland zu. Dennoch k&#246;nnte die Wahl am Sonntag f&#252;r die inzwischen erfolgsverw&#246;hnte Partei zum Misserfolg werden, denn in den <a href="https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm">Umfragen</a> ging es zuletzt bergab: Die Forschungsgruppe Wahlen und Infratest dimap sehen die AfD inzwischen nur noch bei 18 Prozent, INSA bei 20 Prozent. Damit liegt die Partei zwar noch immer im Bereich der 18,4 Prozent, die die AfD 2023 in Hessen einfuhr, dem bislang besten Ergebnis bei einer westdeutschen Landtagswahl. Gleichzeitig l&#228;ge sie damit aber deutlich unter den eigenen Erwartungen. Vielen in der Partei d&#252;rfte das nicht reichen.</p><p>Bei der Bundestagswahl 2025 kam die AfD in Baden-W&#252;rttemberg auf 19,8 Prozent und lag damit nur leicht unter dem Bundesergebnis. Heute steht die Bundespartei bundesweit bei etwa 24 Prozent, also noch einmal ein paar Prozentpunkte mehr als bei der Wahl vor gut einem Jahr. Entsprechend m&#252;sste die AfD in Baden-W&#252;rttemberg im Bereich von 23 Prozent landen, wenn sie in etwa proportional zum Bundestrend gewachsen w&#228;re. Angesichts der Krise der in Baden-W&#252;rttemberg besonders starken Industrie &#8211; allen voran der Autoindustrie &#8211; hatte man sich allerdings erhofft, sogar noch mehr zu schaffen. Von einem Ergebnis deutlich &#252;ber der 20-Prozent-Marke scheint die AfD jedenfalls weit entfernt.</p><h3><strong>Frohnmaier ist tief in die Verwandtenaff&#228;re verstrickt</strong></h3><p>Woran liegt das? Der AfD macht einerseits zu schaffen, dass in Baden-W&#252;rttemberg Gr&#252;ne und CDU offen um das Ministerpr&#228;sidentenamt k&#228;mpfen. Die Polarisierung zwischen CDU und Gr&#252;nen kostet die AfD n&#228;mlich wertvolle Aufmerksamkeit. Es ist ein z&#228;her Wahlkampf, in dem sich nicht jede zweite Schlagzeile um die Partei dreht.</p><p>Aktuell sieht alles danach aus, dass die AfD nur drittst&#228;rkste Kraft wird. Dabei tourt Landeschef Markus Frohnmaier gro&#223;spurig als &#8222;Ministerpr&#228;sidentenkandidat&#8220; durch den S&#252;dwesten. Er wei&#223;: Sollte die AfD unter 20 Prozent bleiben, w&#228;re das eine herbe Entt&#228;uschung f&#252;r seine Partei &#8211; und f&#252;r ihn selbst.</p><p>Dass die Umfragewerte der AfD in Baden-W&#252;rttemberg gerade sinken, hat n&#228;mlich auch viel mit ihm zu tun. Er ist tief in die Verwandtenaff&#228;re verstrickt, die die Partei seit Wochen nicht absch&#252;tteln kann. Bundesweit werden immer wieder neue F&#228;lle bekannt von Abgeordneten, die Verwandte anderer Abgeordneter angestellt haben. Frohnmaiers Frau etwa ist im B&#252;ro eines AfD-Bundestagsabgeordneten angestellt. Am Donnerstag <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101146594/afd-vetternwirtschaft-um-markus-frohnmaier-erst-die-frau-nun-der-vater.html">kam dann heraus</a>, dass auch Frohnmaiers Vater f&#252;r die AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer arbeitet &#8211; die organisiert praktischerweise gerade Frohnmaiers Wahlkampf.</p><h3><strong>Ein Parteikarrierist ohne Berufsausbildung</strong></h3><p>Der Vorwurf der Vetternwirtschaft wiegt bei Frohnmaier auch parteiintern schwerer als bei vielen anderen Abgeordneten, bei denen &#228;hnliche Konstellationen bekannt geworden sind. Denn Frohnmaier gilt als Prototyp des Parteikarrieristen, den die AfD eigentlich ablehnt. Er ist 35 Jahre alt und hat weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch ein Studium vollendet. Seit 2017 sitzt er im Bundestag. Das wird er auch nach der Landtagswahl bleiben, denn um ein Landtagsmandat hat er sich lieber nicht beworben. Auch das macht ihn weder bei seinen parteiinternen Kritikern noch bei den W&#228;hlern beliebter.</p><p>Inhaltlich steht er den radikalen Kr&#228;ften in der Partei in nichts nach, doch er setzt auf einen gem&#228;&#223;igten Stil, <a href="https://www.belltower.news/zwischen-kreide-und-kettensaege-der-landtagswahlkampf-der-afd-in-baden-wuerttemberg-164621/">wie Lucius Teidelbaum analysiert</a>, der Partei und Vorfeld in Baden-W&#252;rttemberg seit vielen Jahren beobachtet. Die Selbstverharmlosung hindere Frohnmaier jedoch nicht daran, auch h&#228;rtere T&#246;ne anzuschlagen, etwa als er <a href="https://x.com/Frohnmaier_AfD/status/2006747338359149025?s=20">Anfang des Jahres auf X schrieb</a>: &#8222;Man muss sich nicht mehr daf&#252;r entschuldigen, wei&#223; zu sein&#8220; und dazu ein Emoji verwendete, das unter Rechtsradikalen als White-Power-Symbol gilt.</p><p>Au&#223;erdem missfallen vielen in der Partei Frohnmaiers Avancen in Richtung USA. So hatte Frohnmaier, der in der Partei eigentlich als besonders moskautreu gilt, nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran deren Vorgehen gelobt. &#8222;Die Trump-Administration hat hier mit chirurgischer Pr&#228;zision und klarer Zielorientierung gehandelt&#8220;, <a href="https://afdbundestag.de/nach-teheran-schlag-braucht-es-eine-realistische-politik-im-deutschen-interesse/">erkl&#228;rte Frohnmaier</a> am Montag. Parteichef Chrupalla war davon nicht gerade begeistert. &#8222;Die chirurgische Kriegsf&#252;hrung kann man sicher infrage stellen&#8220;, <a href="https://www.n-tv.de/politik/Chrupalla-kritisiert-Trumps-Krieg-und-eigenen-Spitzenkandidaten-id30424764.html">sagte er gegen&#252;ber dem Fernsehsender ntv.</a></p><h3><strong>Reise in die USA wenige Tage vor der Wahl</strong></h3><p>Auf parteiinterne Kritik st&#246;&#223;t auch Frohnmaiers Reise nach Washington. Drei Tage vor der Wahl besuchte er eine Konferenz von Turning Point, einst gegr&#252;ndet von Charlie Kirk. Offenbar versucht Frohnmaier, die Reise inzwischen nicht mehr allzu hoch zu h&#228;ngen. Bislang <a href="https://x.com/Frohnmaier_AfD/status/2029716903632019761?s=20">ver&#246;ffentlichte er lediglich einen Beitrag</a> auf X, schrieb von intensiven Gespr&#228;chen und pr&#228;sentierte sich auf einem Foto mit einem unbekannten Abteilungsleiter im US-Au&#223;enministerium. Lieber h&#228;tte er sich wohl mit rangh&#246;heren Vertretern der USA fotografieren lassen. Doch besonders gro&#223; schien das Interesse an dem deutschen Gast nicht gewesen zu sein, <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/plus69a86360906b538390b663d1/usa-reise-wie-tino-chrupalla-markus-frohnmaier-die-tour-verhagelt.html">berichtet Pauline von Pezold</a>, die Frohnmaier f&#252;r POLITICO begleitet hat: Frohnmaier sei von Montagabend bis Donnerstagmittag in Washington gewesen, sein Terminkalender sei weitgehend leer geblieben.</p><p>Frohnmaier versucht angesichts des parteiinternen wie &#246;ffentlichen Drucks, gute Miene zum b&#246;sen Spiel zu machen, und <a href="https://x.com/Frohnmaier_AfD/status/2029126936190992400?s=20">feierte</a> vor ein paar Tagen eine INSA-Umfrage, die die AfD bei 20 Prozent sah. &#8222;All die linken Kampagnen k&#246;nnen uns nicht runterdr&#252;cken&#8220;, die 20 Prozent seien &#8222;sensationell&#8220;, erkl&#228;rte er. Trotz aller vorgeblich guten Laune klingt das wenige Tage vor der Wahl deutlich kleinlauter <a href="https://x.com/Frohnmaier_AfD/status/1953089651687796960?s=20">als noch vor einiger Zeit</a>, als er noch offensiver als Ministerpr&#228;sidentkandidat auftrat.</p><p>So blickt Frohnmaier am Sonntag eher nach unten als nach oben: Alles unter 20 Prozent w&#228;re eine herbe Klatsche f&#252;r die AfD. Sollte die AfD sogar unter 18,4 Prozent landen, also nicht einmal das bislang beste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland einfahren, w&#228;re das f&#252;r Frohnmaier eine Katastrophe. Seine parteiinternen Kritiker machen sich schon warm.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wie die Angriffe auf den Iran AfD und Vorfeld zerreißen]]></title><description><![CDATA[Ein Statement von Weidel und Chrupalla zu den Angriffen auf den Iran sorgte im rechten Lager f&#252;r Emp&#246;rung. Es zeigt erneut, wie tief der au&#223;enpolitische Widerspruch in der AfD ist.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/iran-angriffe-reaktionen-afd-rechte</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/iran-angriffe-reaktionen-afd-rechte</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Mon, 02 Mar 2026 10:55:17 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/0edbab5f-a918-4652-93e4-83ed4823858e_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag, wenige Stunden nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran, ver&#246;ffentlichten die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla <a href="https://x.com/AfDimBundestag/status/2027774927114276971">ein kurzes Statement</a>:</p><blockquote><p>&#8222;Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zur&#252;ckhaltung auf. Die Zivilbev&#246;lkerung und die zivile Infrastruktur m&#252;ssen gesch&#252;tzt bleiben. Das V&#246;lkerrecht sowie das humanit&#228;re V&#246;lkerrecht m&#252;ssen uneingeschr&#228;nkt eingehalten werden. Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden.&#8220;</p></blockquote><p>Es ist durchaus &#252;berraschend, wie deutlich Alice Weidel und Tino Chrupalla den Angriffskrieg verurteilen. Denn noch immer gibt es in der AfD und ihrem Vorfeld einen stark transatlantisch gepr&#228;gten Fl&#252;gel. Dieser sieht US-Interventionen grunds&#228;tzlich eher unkritisch, bef&#252;rwortet sie aber besonders dann, wenn die USA sich gegen einen islamistischen Staat wie den Iran stellen. Und so stie&#223; das Statement der beiden Fraktionsf&#252;hrer innerhalb der Rechten auf deutliche Kritik. Was folgte, war ein Riss quer durchs rechte Lager &#8211; und der verr&#228;t mehr als jeder interne Fraktionsstreit.</p><h3><strong>Die transatlantische Rechte &#252;bt scharfe Kritik</strong></h3><p>Auf der einen Seite steht die transatlantische Rechte. &#8222;Die AfD-F&#252;hrung versagt in einer historischen Stunde&#8220;, <a href="https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2026/die-afd-fuehrung-versagt-in-einer-historischen-stunde/">kritisiert etwa die Junge Freiheit</a>. F&#252;r den Autor, selbst ehemaliger Mitarbeiter eines AfD-Abgeordneten, ist der Iran der &#8222;weltgr&#246;&#223;te Sponsor des islamischen Terrorismus&#8220;. Au&#223;erdem sei der Patriotismus unter Iranern so ausgepr&#228;gt, dass Exil-Iraner &#8222;ein wertvoller Verb&#252;ndeter f&#252;r die AfD sein k&#246;nnten&#8220;. Dass die Partei sich, statt die Angriffe zu begr&#252;&#223;en, um &#8222;das blutigste und gef&#228;hrlichste Islamisten-Regime der Welt&#8220; sorgt, versteht der Autor als Ausdruck einer Abh&#228;ngigkeit von Putin.</p><p>&#196;hnlich scharf <a href="https://nius.de/kommentar/news/weidel-chrupalla-statement-zum-krieg-gegen-die-mullahs-wenn-die-afd-ploetzlich-klingt-wie-die-kleine-annalena-auf-dem-kirchentag">kritisiert Julian Reichelt das Statement</a>, mit dem die AfD pl&#246;tzlich klinge &#8222;wie die kleine Annalena auf dem Kirchentag&#8220;. Reichelt argumentiert, dass die Macht des Irans bis nach Deutschland reiche und es deshalb durchaus im deutschen Interesse sei, den Iran zu destabilisieren. Gerechtfertigt sind die Angriffe f&#252;r ihn vor allem deshalb, weil es sich um einen islamistischen Staat handle: &#8222;Der Islamismus muss bek&#228;mpft werden, wo immer er herrscht, weil seine Wirkmacht global ist. Je weniger Islamisten, desto stabiler die Welt&#8220;, schreibt er.</p><p>Und auch Apollo News, die dritte und j&#252;ngste Flanke der transatlantischen Rechten, <a href="https://apollo-news.net/schicksalsfrage-unserer-zeit/">stimmt in den Chor der Kritiker ein</a>. Der Chefredakteur Max Mannhart entwirft utopische Visionen der Effekte, die diese Angriffe haben w&#252;rde: &#8222;Sollte das Regime fallen, w&#252;rden die Stellvertreterkonflikte [&#8230;] enden, der Nahe Osten w&#252;rde auf eine seit Jahrzehnten unbekannte Art und Weise befriedet werden, und das persische Volk w&#252;rde von einem der brutalsten Regime dieser Zeit befreit werden&#8220;. Dass die AfD das anders sehe, &#8222;kann einen nur bedr&#252;cken&#8220;.</p><p>Es ist eine Weltsicht, in der geopolitische Gewalt immer dann ihren Schrecken verliert, wenn sie sich gegen den richtigen Feind richtet. Der Islamismus, so das implizite Versprechen dieser Argumentation, l&#228;sst sich entgegen allen gescheiterten Versuchen der Vergangenheit wegbomben.</p><h3><strong>Die Argumente der Kritiker der Angriffe</strong></h3><p>Auf der anderen Seite steht jener Fl&#252;gel, der sich auf die souver&#228;nistische Linie der Parteif&#252;hrung beruft. Dabei beziehen sich diejenigen, die die Angriffe kritisch sehen, vor allem auf den letzten Satz des Fraktionsstatements: &#8222;Eine Destabilisierung der Region ist nicht im deutschen Interesse&#8220;, <a href="https://x.com/TomaszFroelich/status/2028093765949260034">schreibt etwa der Europaabgeordnete Tomasz Froehlich</a>, &#8222;unter anderem weil sonst weitere Fl&#252;chtlingswellen drohen, die in der Regel uns erreichen.&#8220; Es geht also nicht um die Auswirkungen, die der Einsatz von milit&#228;rischen Mitteln auf die Menschen hat, die am Ende get&#246;tet, verst&#252;mmelt und verletzt werden &#8211; es geht darum, wie man es schafft, dass diese Menschen nicht in Deutschland landen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>In dieselbe Richtung <a href="https://info-direkt.eu/deutschland/luftangriffe-auf-den-iran-gefaehrden-deutsche-interessen">argumentiert der Bundestagsabgeordnete Torben Braga</a>: &#8222;Solche Angriffe ohne klare politische Anschlussstrategie bewirken oft das exakte Gegenteil dessen, was sie bezwecken. Deutschland muss hier einen k&#252;hlen Kopf bewahren und darf sich nicht in Konflikte hineinziehen lassen, deren Folgen wir am Ende allein zu tragen haben.&#8220; Und auch der Publizist und Mitarbeiter eines AfD-Bundestagsabgeordneten Benedikt Kaiser stellt sich, wenig &#252;berraschend, <a href="https://x.com/benedikt_kaiser/status/2028014154246664662">deutlich hinter die Fraktion</a>: &#8222;Deutsche und europ&#228;ische Interessen zu beachten hei&#223;t, die Lehre aus den Regime Change-Kriegen zu ziehen: Nein zu Interventionen, nein zu Massenmigration.&#8220;</p><h3><strong>Zwei unvereinbare Weltbilder unter einem Dach</strong></h3><p>Diese zweite Position predigt au&#223;enpolitische Zur&#252;ckhaltung, jedoch nicht aus humanit&#228;ren &#220;berzeugungen, sondern aus pragmatischer Machtpolitik. Der au&#223;enpolitische Riss in der AfD ist das strukturelle Ergebnis einer Partei, die zwei zutiefst unvereinbare geopolitische Weltbilder unter einem Dach beherbergt.</p><p>Auf der einen Seite ein Milieu, das sich kulturell an den USA orientiert, den Westen als Zivilisationsprojekt versteht und Israel als Vorposten dieses Projekts betrachtet. Auf der anderen Seite ein Milieu, das die USA als imperialistische Hegemonialmacht ablehnt, Europa als eigenst&#228;ndige geopolitische Einheit positionieren will und dabei oft, wenn auch nicht immer, in Einklang mit russischen Interessen argumentiert. Beide Str&#246;mungen eint die Feindschaft gegen die liberale Ordnung. &#220;ber die Mittel und B&#252;ndnisse streiten sie heftig.</p><p>Solange die AfD in der Opposition ist, l&#228;sst sich dieser Widerspruch verwalten. Eine Schw&#228;che sind die entgegengesetzten Ansichten deshalb nicht. Eher im Gegenteil: Dass sich die im Kern widersprechenden Str&#246;mungen beide so lange in der Partei halten konnten, zeugt eher von der St&#228;rke des rechten Sammlungsprojekts. Doch sollte die Partei jemals in der Position sein, au&#223;enpolitisch tats&#228;chlich handeln zu m&#252;ssen, d&#252;rfte sich der Konflikt nicht so leicht befrieden lassen.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Nach dem Kölner Urteil: Wer für ein AfD-Verbot ist, sollte umdenken]]></title><description><![CDATA[Wer weiter auf das Verbotsverfahren setzt, droht den Entwicklungen hinterherzurennen, statt kluge Gegenstrategien zu entwickeln.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/verwaltungsgericht-verfassungsschutz-afd-verbot</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/verwaltungsgericht-verfassungsschutz-afd-verbot</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sat, 28 Feb 2026 14:19:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/31a934a7-922d-4f5f-b2c2-8f013691e50f_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die &#220;berraschung war gro&#223;, als das Verwaltungsgericht K&#246;ln am Donnerstag beschloss, dass das Bundesamt f&#252;r Verfassungsschutz (BfV) die AfD &#8211; zumindest vorerst &#8211; nicht vom Verdachtsfall zur &#8222;gesichert extremistischen Bestrebung&#8220; hochstufen darf. Damit gab das Gericht der AfD Recht, die unmittelbar nach der Hochstufung durch das BfV im Mai vergangenen Jahres einen Eilantrag gestellt hatte. Das Verwaltungsgericht lie&#223; sich f&#252;r das Eilverfahren auffallend viel Zeit und machte sich dem eigenen Bekunden nach viel M&#252;he: Es holte umfangreiche Stellungnahmen aller Beteiligten ein, woraus eine Akte von mehr als 7.000 Seiten entstand. Diese vom Gericht ver&#246;ffentlichten Informationen sollen deutlich machen, dass die Entscheidung nicht im Vor&#252;bergehen getroffen wurde; entsprechend wichtig k&#246;nnte sie auch f&#252;r das anstehende Hauptsacheverfahren werden.</p><h3><strong>Eine Begr&#252;ndung, die es in sich hat</strong></h3><p>Dass das Urteil tats&#228;chlich wegweisend sein k&#246;nnte, zeigt sich auch in der Begr&#252;ndung des K&#246;lner Verwaltungsgerichts in der <a href="https://www.vg-koeln.nrw.de/behoerde/presse/Pressemitteilungen/05_26022026/index.php">Pressemitteilung</a>:</p><blockquote><p>&#8222;Nach dem Erkenntnisstand des Eilverfahrens liegt zwar eine hinreichende Gewissheit daf&#252;r vor, dass innerhalb der Antragstellerin gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Bestrebungen entfaltet werden. Die Antragstellerin als Partei wird durch diese Bestrebungen indes nicht in einer Weise gepr&#228;gt, die dazu f&#252;hrt, dass ihrem Gesamtbild nach eine verfassungsfeindliche Grundtendenz festgestellt werden kann.&#8220;</p></blockquote><p>Zwar gebe es laut Gericht auch im Bundestagswahlprogramm einzelne verfassungswidrige Forderungen, doch diese reichten nicht aus, um eine verfassungsfeindliche Grundtendenz der Partei insgesamt festzustellen. Das gelte ausdr&#252;cklich auch f&#252;r den Begriff der &#8222;Remigration&#8220;. Dieser werde uneindeutig verwendet; es sei nicht ersichtlich, dass mit ihm zwingend, wie vom Verfassungsschutz argumentiert, ein v&#246;lkisch-abstammungsm&#228;&#223;iger Volksbegriff einhergehe.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Abonniere jetzt <em>&#220;ber Rechts</em>, um in Zukunft keinen Beitrag von uns zu verpassen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><h3><strong>AfD-Verbot r&#252;ckt in weite Ferne</strong></h3><p>Diejenigen, die sich seit Jahren f&#252;r ein AfD-Verbot aussprechen, versuchen die juristische Niederlage kleinzureden, indem sie darauf verweisen, dass damit nichts endg&#252;ltig entschieden sei und man erst das Hauptsacheverfahren abwarten m&#252;sse. Das stimmt: Endg&#252;ltig entschieden ist nichts. Aber ein AfD-Verbot ist mit diesem Beschluss erst einmal in sehr weite Ferne ger&#252;ckt. Denn ein Verbotsverfahren br&#228;uchte zun&#228;chst den politischen Willen, einen Antrag zu stellen, also eine Mehrheit entweder in der Bundesregierung, im Bundestag oder im Bundesrat. Die gab es bislang nicht, vor allem wegen Bedenken innerhalb der Union. Diese Bedenken d&#252;rften nun eher gr&#246;&#223;er werden.</p><p>Gerade f&#252;r Linke gibt es neben den geringen Erfolgsaussichten auch grunds&#228;tzliche Gr&#252;nde, sich nicht an die Spitze der Verbotsbef&#252;rworter zu stellen, <a href="https://jacobin.de/artikel/afd-verbotsverfahren-parteiverbot">wie ich letzten Sommer bei Jacobin argumentiert habe</a>. Unabh&#228;ngig davon sollten sich alle Linken, Liberalen und Konservativen, die ein Verbotsverfahren fordern, wenigstens aus taktischen Gr&#252;nden von ihrer Fixierung auf diese Forderung l&#246;sen. Mehr noch: Der Beschluss sollte ein Anlass sein, die bisherige Einsch&#228;tzung zu &#252;berpr&#252;fen und Selbstkritik zu &#252;ben.</p><h3><strong>Die relative Heterogenit&#228;t des rechten Projekts</strong></h3><p>So w&#228;re zu fragen, ob man die AfD wom&#246;glich unzureichend analysiert hat. Sicherlich handelt es sich um eine rechte Partei, in vielerlei Hinsicht sogar um eine radikale Partei, die f&#252;r eine grunds&#228;tzlichen Verschiebung von Staat und Gesellschaft in Richtung eines nationalistischeren und autorit&#228;reren Kurses k&#228;mpft. Aber sie tut dies eben nicht nur.</p><p>Trotz aller Rechtsentwicklungen nach ihrer Gr&#252;ndung 2013 existiert in der Partei weiterhin eine gewisse relative ideologische Heterogenit&#228;t: Sie reicht von einer mehr oder weniger offenen Ablehnung dieses Staates &#252;ber rechtslibert&#228;re Str&#246;mungen bis hin zu nationalkonservativen Milieus, die nicht weit entfernt sind von der CDU des vergangenen Jahrhunderts. Diese Heterogenit&#228;t war zuletzt <a href="https://ueberrechts.substack.com/p/wehrpflicht-ja-aber-nicht-fur-diesen">in der Debatte um die Wehrpflicht</a> zu beobachten, wo sich unterschiedliche Positionen widerfanden: Die eher nationalkonservativen Bef&#252;rworter einer Wehrpflicht sehen sich trotz aller Kritik als Verteidiger <em>dieses</em> Staates, die Wehrpflicht-Gegner h&#228;tten auch gerne eine st&#228;rkere Armee und eine durchmilitarisierte Gesellschaft, aber lehnen die jetzige Bundesrepublik zu sehr ab, um sie zu verteidigen.</p><p>Und selbst dort, wo es eine weitgehende &#220;berschneidung weltanschaulicher Pr&#228;missen gibt, gehen die strategischen Perspektiven zum Teil deutlich auseinander. Das l&#228;sst sich an Personen wie G&#246;tz Kubitschek und Karlheinz Wei&#223;mann ablesen: Beide gr&#252;ndeten einst das Institut f&#252;r Staatspolitik, bevor es 2014 zum Bruch kam. Weltanschaulich scheint die beiden kaum etwas zu trennen, strategisch aber sehr wohl: Der eine (Kubitschek) steht f&#252;r einen bewegungsorientierten Kurs der Fundamentalopposition, der andere (Wei&#223;mann) ist st&#228;rker realpolitisch orientiert und sucht nach M&#246;glichkeiten rechter Ver&#228;nderung im Hier und Jetzt. Die Unterschiede zwischen diesen Str&#246;mungen zu verwischen, weil sie alle auf die ein oder andere Weise f&#252;r ein rechtes Projekt stehen, ist analytisch falsch und f&#252;hrt taktisch in die Sackgasse.</p><h3><strong>Zuk&#252;nftige Entwicklungen antizipieren statt immer nur Hinterherrennen</strong></h3><p>Ich bin kein Jurist, aber vor dem Hintergrund der relativen Heterogenit&#228;t scheint es mir jedenfalls nicht abwegig, dass das Verwaltungsgericht auch im Hauptsacheverfahren zu einer &#228;hnlichen Bewertung gelangen k&#246;nnte. Auch das Bundesverfassungsgericht k&#246;nnte zu einer vergleichbaren Einsch&#228;tzung kommen, wenn sich irgendwann politische Mehrheiten f&#228;nden, die einen Verbotsantrag stellen. Bereits im vergangenen Sommer hatte das Bundesverwaltungsgericht das vor&#252;bergehende Verbot des Compact-Magazins mit einer ganz &#228;hnlichen Begr&#252;ndung wie das Verwaltungsgericht K&#246;ln jetzt gekippt.</p><p>Dass sich die Bewertung der Gerichte dabei von derjenigen politischer Akteure unterscheidet, ist kein Wunder. Sie folgen in ihrer Bewertung anderen Regeln und Ma&#223;st&#228;ben. Man muss diese Ma&#223;st&#228;be &#8211; wie den, dass der Extremismus die Gesamtpartei pr&#228;gen muss, um relevant zu sein &#8211; nicht teilen; man muss sie aber verstehen und im besten Fall antizipieren.</p><p>Sollte das Hauptsacheverfahren zu dem Ergebnis kommen, der Verfassungsschutz d&#252;rfe die AfD nicht zur &#8222;gesichert extremistischen Bestrebung&#8220; hochstufen, w&#252;rden sich die Vorzeichen f&#252;r die derzeit auf lokaler Ebene br&#252;chige, auf Landes- und Bundesebene aber noch bestehende Brandmauer fundamental verschieben. Jene Kr&#228;fte in der Union, die auf eine &#214;ffnung zur AfD hoffen und derzeit noch vergleichsweise leise auftreten, werden dann wieder lauter werden. Auf offene Ohren d&#252;rften sie gerade bei jenen Konservativen sto&#223;en, die die AfD weniger aus ideologischen Gr&#252;nden ablehnen als aus machtpolitischen: weil sie in ihr vor allem eine Konkurrenz sehen. Anstatt einer Forderung hinterherzulaufen, die wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt ist, w&#228;ren Gegenkr&#228;fte gut beraten, m&#246;gliche k&#252;nftige Entwicklungen kl&#252;ger zu antizipieren.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Vetternwirtschaft in der AfD: Wie gefährlich wird die Verwandtenaffäre? ]]></title><description><![CDATA[&#220;berkreuzanstellungen, r&#252;stige Rentner im Wahlkreisb&#252;ro und Versorgung des ganzen Fu&#223;ballvereins mit Jobs: Die AfD scheint Vetterwirtschaft zum System gemacht zu haben.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/vetternwirtschaft-in-der-afd</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/vetternwirtschaft-in-der-afd</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Wed, 25 Feb 2026 16:35:25 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/189143195/3818562d00ffd4a2cccced7a27e875a1.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p><em>Vorab zwei Veranstaltungshinweise: Am 11. und 12. M&#228;rz veranstalten wir im Rahmen der LfB School ein Seminar zur Neuen Rechten im Literaturforum im Brechthaus. An den beiden Tagen lesen und diskutieren wir jeweils vier Stunden lang Texte der Neuen Rechten, sowohl Klassiker als auch Aktuelles. Die Teilnahme ist kostenlos und nur in Pr&#228;senz m&#246;glich, man muss sich jedoch anmelden. Alle weiteren Infos gibt es <a href="https://lfbrecht.de/event/was-will-die-neue-rechte/">hier</a>.</em></p><p><em>Am 11. M&#228;rz findet au&#223;erdem abends eine Veranstaltung im Brechthaus statt. Wir diskutieren dort zusammen mit Thomas Biebricher und Heinrich Geiselberger &#252;ber ihren Band &#8222;</em>Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt&#8220;<em>, der an dem Tag im Suhrkamp Verlag erscheint. Tickets gibt es schon ab 4 Euro <a href="https://lfbrecht.de/event/oben-rechts-rechtspopulismus-als-klassenprojekt/">hier</a>. Wir freuen uns, viele von euch dort zu sehen!</em></p><div><hr></div><p>Mit der Verwandtenaff&#228;re sieht sich die AfD Vorw&#252;rfen ausgesetzt, die sie sonst gern selbst gegen die sogenannten Altparteien in Stellung bringt: Dass es ihren Politikern nur um die eigene Bereicherung ginge und sie sich &#8222;den Staat zur Beute&#8220; mache. Der Vorwurf lautet entsprechend: Doppelmoral. </p><p>In dieser Folge wollen wir etwas genauer hinsehen: Was verr&#228;t die Aff&#228;re &#252;ber das Innenleben der Partei? Inwiefern ersch&#252;ttert der Vorwurf der Vetternwirtschaft &#252;berhaupt ihr Selbstbild? Wir treten von den einzelnen F&#228;llen einen Schritt zur&#252;ck und analysieren die Auswirkungen auf das Parteiimage und die internen Machtk&#228;mpfe. Wir diskutieren, wie legal die Praktiken eigentlich sind, und was sie &#252;ber die politische Kultur in der Partei verraten. </p><p>Au&#223;erdem schauen wir darauf, wie genau der Vorwurf nun von den anderen Parteien genutzt wird &#8211; und zweifeln daran, ob es langfristig wirklich hilft, die AfD als genau so korrupt wie alle anderen auch darzustellen. Vielleicht sollten sich die Gegner der Partei gar nicht allzu viele Hoffnungen machen, dass die Aff&#228;re das Ansehen der AfD bei ihren W&#228;hlern nachhaltig besch&#228;digt. Schlie&#223;lich schauen wir auf eine Studie, die aber genau das behauptet.</p><p>Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt (zum Beispiel diese hier), sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Carl Schmitts' Großraumordnung: Der völkische Traum vom Ende des Universalismus (Kaderschmiede)]]></title><description><![CDATA[Comeback des Kronjuristen: Was bedeutet Schmitts Gro&#223;raumkonzept? Wie schmittianisch ist Trump wirklich? Und wie s&#228;he ein linker Standpunkt aus?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/carl-schmitts-grossraumordnung</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/carl-schmitts-grossraumordnung</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Wed, 18 Feb 2026 09:17:12 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/188323613/c9989768c37e934791486aab42b5d1a1.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Sp&#228;testens seit dem US-Angriff auf Venezuela ist wieder auff&#228;llig oft vom rechten Staatsrechtler Carl Schmitt die Rede. Sein Gro&#223;raumkonzept dient dabei als Schl&#252;ssel, um die Au&#223;enpolitik der USA unter Trump zu erkl&#228;ren. Nicht nur deutsche Leitmedien reden wieder von dem &#8220;Kronjuristen des Dritten Reichs&#8221; &#8211; auch AfD-Politiker fordern gezielt dazu auf, sich wieder mit Schmitt zu befassen. </p><p>In der Kaderschmiede lesen wir deshalb den Text &#8222;V&#246;lkerrechtliche Gro&#223;raumordnung mit Interventionsverbot f&#252;r raumfremde M&#228;chte&#8220; (1939/1941)<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> und schauen, wie er darin argumentiert. Wir fragen uns, ob das eine n&#252;chterne Diagnose einer zerfallenden internationalen Ordnung ist oder vor allem eine juristische Legitimationsschrift f&#252;r deutsches Expansionsstreben? Nach einer ausf&#252;hrlichen Rekonstruktion seines Ansatzes pr&#252;fen wir, wie plausibel die g&#228;ngige Lesart ist, Trump handle &#8222;schmittianisch&#8220;. Reicht &#8222;America First&#8220; als politische Idee im Sinne Schmitts aus oder ist Trumps Au&#223;enpolitik am Ende eher erra&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.ueberrechts.de/p/carl-schmitts-grossraumordnung">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Exklusiv: Alice Weidel und Markus Frohnmaier werben mit „Zentrum“]]></title><description><![CDATA[Lange galt der rechtsradikale Verein &#8222;Zentrum&#8220; selbst der AfD als zu rechts. Das hat sich offenbar ge&#228;ndert, wie eine gemeinsame Aktion zeigt.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/exklusiv-afd-zentrum-alice-weidel-markus-frohnmaier</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/exklusiv-afd-zentrum-alice-weidel-markus-frohnmaier</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sat, 14 Feb 2026 20:15:35 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/98e919bf-5092-4aea-8fc7-4326eb126d6a_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Alice Weidel und Markus Frohnmaier l&#228;cheln in die Kamera, als sie in Stuttgart-Untert&#252;rkheim ein Video f&#252;r Instagram aufnehmen. Sie stehen vor Tor 7 des Mercedes-Benz-Stammwerks und machen Wahlkampf f&#252;r die anstehende Landtagswahl. Mit dabei sind auch f&#252;hrende Vertreter des rechtsradikalen Vereins <em>Zentrum</em>, der seinerseits im Rahmen der anstehenden Betriebsratswahlen f&#252;r sich werben m&#246;chte. Ein gemeinsamer Auftritt der AfD-Spitze mit einem rechtsradikalen Verein &#8211; das ist im Jahr 2026 kaum noch eine Nachricht. Aber der klare Schulterschluss von Weidel und Frohnmaier mit Zentrum &#252;berrascht dann doch. Denn vor noch nicht allzu langer Zeit waren beide erbitterte Gegner des Vereins und drangen darauf, dass es keine Zusammenarbeit mit Zentrum geben d&#252;rfe. Aber dazu gleich mehr.</p><h3><strong>Gemeinsam am Werkstor</strong></h3><p>Bleiben wir zun&#228;chst in Untert&#252;rkheim: Von der Aktion gibt es nicht nur das Video, das Markus Frohnmaier bei Instagram gepostet hat. Uns wurden mehrere Videos zugespielt, die den gemeinsamen Besuch von AfD und Zentrum am Werkstor dokumentieren. Alice Weidel macht Selfies, verteilt aber keine Flyer. Wenige Besch&#228;ftigte wollen Foto mit Frohnmaier; daf&#252;r versucht er, Flyer an Frau und Mann zu bringen.</p><p>Sowohl auf den uns zugespielten Aufnahmen als auch im Instagram-Video von Frohnmaier ist prominent der Gr&#252;nder von Zentrum zu sehen: Oliver Hilburger. Dessen Verstrickungen in die Neonazi-Szene d&#252;rften vorgeblich einer der Gr&#252;nde gewesen sein, warum Alice Weidel und Markus Frohnmaier einen solchen Auftritt noch vor ein paar Jahren nicht gemacht h&#228;tten. Es war im Oktober 2021, als der AfD-Landesvorstand Baden-W&#252;rttemberg beim Bundesvorstand erwirken konnte, dass der Verein &#8222;Zentrum Automobil&#8220;, der inzwischen in &#8222;Zentrum&#8220; umbenannt wurde, auf die Unvereinbarkeitsliste der Partei kommt. In einem fast 100-seitigen Dossier, das der Landesvorstand damals erstellen lie&#223;, ging es um die Neonazi-Hintergr&#252;nde zahlreicher Vereinsmitglieder und um eine von der NPD mitvorbereitete Veranstaltung aus dem Jahr 2021, bei der sowohl Zentrum- als auch AfD-Redner gesprochen haben. Letztere Information haben die Verfasser des AfD-Dossiers damals &#252;brigens einem Antifa-Text entnommen &#8211; den sie zur Sicherheit komplett im Wortlaut an das Dossier angeh&#228;ngt hatten.</p><h3><strong>Mit Antifa-Erkenntnissen gegen die parteiinternen Kontrahenten</strong></h3><p>In dem Dossier ging es auch um Hilburger. Der Gr&#252;nder von Zentrum war Gitarrist bei der Band &#8222;Noie Werte&#8220;, in den 1990er- und 00er-Jahren eine der wichtigsten Neonazibands Europas. Wer sich einen Eindruck von der Konzertatmosph&#228;re machen m&#246;chte, kann sich einen Fernsehbeitrag ansehen, den ich im Sommer mit meinem Kollegen Philipp Hennig &#252;ber den rechten Verein gemacht habe. Darin sind <a href="https://youtu.be/0xQVFx3z2gk?si=rSDU4_5dAlIk-FOU&amp;t=222">Aufnahmen zu sehen</a>, wie Oliver Hilburger mit seiner Band in Italien spielt. Beim Song &#8222;Alter Mann von Spandau&#8220; &#8211; eine Hommage an Hitler-Stellvertreter Rudolf He&#223; &#8211; wird im Publikum flei&#223;ig mitgesungen, mitgegr&#246;lt. Dazu wird der rechte Arm stramm in die H&#246;he gereckt.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Abonniere <em>&#220;ber Rechts</em>, um in Zukunft keinen Beitrag von uns zu verpassen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p>Dass der Landesvorstand 2021 mithilfe von Antifa-Recherchen gegen Zentrum vorging, hatte nicht nur inhaltliche Gr&#252;nde. Denn Alice Weidel und ihr Gefolgsmann Markus Frohnmaier standen zu diesem Zeitpunkt im eigenen Landesverband massiv unter Druck. Eine Gruppe um den damaligen Bundestagsabgeordneten Dirk Spaniel dr&#228;ngte nach mehr Macht im Landesverband und setzte Weidel und Frohnmaier unter Druck. Spaniel ist eng vernetzt mit Zentrum &#8211; und die Landesspitze hatte Sorge, dass er sich mit Zentrumsmitgliedern eine Machtbasis schaffen und den Verband &#252;bernehmen k&#246;nnte. In dem Konflikt konnte sich die Landesspitze durchsetzen: Zentrum landete 2021 auf der Unvereinbarkeitsliste. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in Zentrum und in der AfD war damit offiziell ausgeschlossen. Der Vorstand des Vereins bestehe nahezu vollst&#228;ndig aus Personen, &#8222;die sich in der Vergangenheit rechtsextremistisch oder neonazistisch bet&#228;tigt haben sollen&#8220;, hie&#223; es im Beschluss.</p><h3><strong>Alice Weidel 2022: &#8222;Ich halte diesen Verein f&#252;r hochgradig toxisch&#8220;</strong></h3><p>Gegen die Entscheidung ging die &#228;u&#223;erste Parteirechte um H&#246;cke 2022 beim Bundesparteitag der AfD in Riesa vor. Zentrum sei Teil des sogenannten Vorfelds der AfD und helfe dabei, die eigenen Positionen in der Gesellschaft zu verankern. H&#246;cke sagte damals auf dem Parteitag:</p><blockquote><p>&#8222;Wir brauchen das Vorfeld. Deswegen sage ich ja zu den freien Medien, ich sage ja zu den Bloggern, ich sage ja zu den B&#252;rgerbewegungen, ich sage ja zum Zentrum Automobil. Wir brauchen dieses Vorfeld, ohne dieses Vorfeld sind wir nichts und werden nicht durchbrechen.&#8220;</p></blockquote><p>Frohnmaier selbst <a href="https://www.youtube.com/live/E8lWC4iUcnA?si=ZPAatFaVnL7UBioN&amp;t=1723">hielt in der Debatte dagegen</a> und machte sich noch einmal die Antifa-Erkenntnisse zunutze: &#8222;Solange die Vertreter des Zentrums in Baden-W&#252;rttemberg Veranstaltungen wie 2021 mit NPD und Drittem Weg machen, wollen wir als baden-w&#252;rttembergische Landespartei im Moment keine Kooperation.&#8220; Letztlich konnte sich die Fraktion um Bj&#246;rn H&#246;cke in Riesa durchsetzen. Eine Mehrheit stimmte daf&#252;r, Zentrum wieder von der Unvereinbarkeitsliste zu nehmen.</p><p>Alice Weidel aber wollte sich nicht geschlagen geben. Wenige Tage nach dem Bundesparteitag von Riesa sagte sie auf einer Pressekonferenz: &#8222;Ich halte das Zentrum Automobil f&#252;r einen Verein und nicht f&#252;r eine klassische Gewerkschaft, in dem sich &#8211; vor allen Dingen im Vorstand &#8211; extrem problematische, toxische Personalien tummeln, die sich im rechtsextremen Milieu herumtreiben.&#8220; Und weiter: &#8222;Ich bleibe dabei: Ich halte diesen Verein f&#252;r hochgradig toxisch und werde das auch immer so vertreten.&#8220;</p><h3><strong>Alice Weidel 2026: B&#252;ndnispartner &#8222;Zentrum&#8220;</strong></h3><p>Heute sieht sie das offensichtlich anders. Von den einstigen Konflikten zwischen Weidel und Frohnmaier auf der einen und Oliver Hilburger und Zentrum auf der anderen Seite ist auf den vorliegenden Aufnahmen vom gemeinsamen Wahlkampf in Untert&#252;rkheim nichts zu sehen. Haben Weidel und Frohnmaier einfach ihre Meinung zu Zentrum ge&#228;ndert?</p><p>Vielleicht &#8211; eine gewisse inhaltliche und taktische Flexibilit&#228;t scheint beiden nicht fremd zu sein. Weidel etwa war vor vielen Jahren eine scharfe Kritikerin von Bj&#246;rn H&#246;cke; inzwischen sind sie B&#252;ndnispartner in gemeinsamen parteiinternen Netzwerken. Frohnmaier hat seine Flexibilit&#228;t besonders in au&#223;enpolitischen Fragen unter Beweis gestellt: Einst galt er parteiintern als Putin-Marionette, heute macht er eher mit USA-Reisen und engen Beziehungen zu den dortigen Republikanern <a href="https://table.media/berlin/news/afd-trip-in-die-usa-warum-frohnmaier-in-der-kritik-steht">auf sich aufmerksam</a>. Vielleicht erhoffen sie sich also einfach die Stimmen der Arbeiter in Baden-W&#252;rttemberg und suchen deshalb die N&#228;he zu Zentrum.</p><h3><strong>Vor allem Zentrum profitiert von der gemeinsamen Aktion</strong></h3><p>Doch diejenigen, die sich mit Zentrum und seinen Anh&#228;ngern wohl besser auskennen als alle anderen in der Region, haben an dieser Theorie ihre Zweifel. Fanny Staudinger vom &#8222;Verein zur Bewahrung der Demokratie&#8220;, einem von der IG Metall mitinitiierten Verein, der sich gegen rechtsradikale Bestrebungen in den Betrieben einsetzt, berichtet auf Anfrage aus den Betrieben: Die AfD habe unter Besch&#228;ftigten in der Automobilbranche durchaus Zuspruch, sagt sie. Und auch Zentrum sei etwa am Standort Untert&#252;rkheim sichtbar &#8211; dennoch sei der Verein gemessen an seinem Potenzial eher schwach verankert, so Staudinger gegen&#252;ber <em>&#220;ber Rechts</em>. Gewerkschaftseigene Studien w&#252;rden zeigen, dass es unter Arbeitern in der Industrie ein &#252;berdurchschnittliches W&#228;hlerpotenzial f&#252;r die AfD gibt. &#8222;Bei den Betriebsratswahlen schneidet Zentrum aber immer deutlich schw&#228;cher ab, als es das W&#228;hlerpotenzial f&#252;r die AfD vermuten l&#228;sst&#8220;, erkl&#228;rt sie.</p><p>Auch in Zahlen wirkt das Missverh&#228;ltnis deutlich: Gemessen an Hunderttausenden Betriebs- und Personalratsmandaten liegen die gesch&#228;tzten 20 bis 50 Mandate, die Zentrum h&#228;lt, im Promillebereich. Das hei&#223;t: Rechte Arbeiter &#8211; oder zumindest solche, die mit rechten Parteien sympathisieren &#8211; w&#228;hlen bei Parlamentswahlen auch mal die AfD, bei den Betriebsratswahlen aber eher noch die IG Metall.</p><p>Von der gemeinsamen Aktion in Untert&#252;rkheim d&#252;rfte also vor allem Zentrum profitieren: Sie erhoffen sich von der prominenten Unterst&#252;tzung R&#252;ckenwind f&#252;r die Betriebsratswahlen. Doch ob irgendjemand in Untert&#252;rkheim jetzt AfD w&#228;hlt, weil Weidel und Frohnmaier sich mit Zentrum haben blicken lassen, h&#228;lt Staudinger f&#252;r ziemlich unwahrscheinlich.</p><h3><strong>AfD und Zentrum verpassen Sp&#228;tschicht</strong></h3><p>Auch vor Tor 7 in Stuttgart-Untert&#252;rkheim scheinen sich die Besch&#228;ftigten eher f&#252;r die AfD als f&#252;r Zentrum zu interessieren. Auf den Videos, die die Aktion zeigen, sind allerdings insgesamt nur wenige Menschen zu sehen. Offenbar kamen AfD und Zentrum zu sp&#228;t: Fast alle, die zur Sp&#228;tschicht mussten, waren l&#228;ngst drin, und der allergr&#246;&#223;te Teil der Fr&#252;hschicht schon drau&#223;en, als die Autos von Weidel und Co. vorfuhren, berichten Besch&#228;ftigte. Und das ausgerechnet vor Tor 7, denn dort kommen ohnehin deutlich weniger Leute heraus als an den gro&#223;en Toren. Die Besch&#228;ftigten gehen eher vereinzelt durch die Dreht&#252;r; gr&#246;&#223;ere Gruppen kommen kaum vorbei. </p><p>Warum sich AfD und Zentrum nicht vor eines der Haupttore positioniert haben, l&#228;sst sich nur vermuten. Ein Besch&#228;ftigter &#228;u&#223;ert den Verdacht, die Aktion k&#246;nnte gar nicht angemeldet gewesen sein &#8211; und AfD und Zentrum h&#228;tten ohne Erlaubnis Wahlkampf gemacht. An den Haupttoren w&#228;ren AfD und Zentrum m&#246;glicherweise von Sicherheitspersonal gest&#246;rt worden. An Tor 7 hingegen gebe es kein Sicherheitspersonal. Entsprechende Anfragen von <em>&#220;ber Rechts</em> lie&#223;en AfD und Zentrum unbeantwortet.</p><h3><strong>Parteiinterne Konkurrenz wechselt zur Werteunion</strong></h3><p>Seit einiger Zeit ist eine schrittweise Ann&#228;herung zwischen Zentrum und der AfD feststellbar. Regelm&#228;&#223;ig tritt Oliver Hilburger bei AfD-Veranstaltungen auf, andersherum machen Zentrumsleute auch Wahlkampf f&#252;r AfD-Politiker. M&#246;glicherweise hat das damit zu tun, dass Weidel und Frohnmaier nie inhaltliche Probleme mit Zentrum hatten, sondern sich vor allem wegen der Personalie Spaniel an dem Verein abgearbeitet haben.</p><p>Nachdem Spaniel aber im Oktober 2024 eine Kampfabstimmung um einen Landeslistenplatz f&#252;r die Bundestagswahl verloren hatte, verlie&#223; er die Partei. Sp&#228;ter trat er der Werteunion bei. F&#252;r diese kandidiert er gerade auf Listenplatz 3 f&#252;r den Landtag in Baden-W&#252;rttemberg &#8211; &#252;brigens neben Spitzenkandidat J&#246;rg Meuthen. Den einstigen erbitterten Gegner Spaniel ist Weidel also los; m&#246;glicherweise ist der &#228;u&#223;erst machtbewussten AfD-Vorsitzenden deshalb heute egal, um was es sich bei Zentrum handelt.</p><h3><strong>Win-win f&#252;r Partei und f&#252;r Zentrum?</strong></h3><p>Vielleicht verh&#228;lt es sich mit Zentrum &#228;hnlich wie mit der Generation Deutschland. Diese Organisation ist mitnichten weniger rechts als die Vorg&#228;ngerorganisation, die Junge Alternative f&#252;r Deutschland &#8211; aber sie ist als offizielle Jugendorganisation unter st&#228;rkerer Kontrolle der Partei. Eine offizielle Untergliederung der AfD ist Zentrum nicht &#8211; weder formal noch faktisch. Aber es lohnt ein Blick auf aktuelle Listen f&#252;r die Betriebsratswahlen. Fanny Staudinger und der Verein zur Bewahrung der Demokratie haben da einen guten &#220;berblick. &#8222;Wir haben mehrere F&#228;lle, dass lokale AfD-Politiker und Mitglieder auf aussichtsreichen Listenpl&#228;tzen von Zentrum auftauchen&#8220;, sagt Staudinger gegen&#252;ber <em>&#220;ber Rechts</em>. </p><p>Das k&#246;nnte eine Win-win sein: F&#252;r die AfD-Politiker winken Freistellungen als Betriebsr&#228;te. Als solche sind sie zwar verpflichtet, ausschlie&#223;lich Betriebsratsarbeit zu machen. Wo aber die konkrete Betriebsratsarbeit aufh&#246;rt und die mittelbare Arbeit f&#252;r die Sache der Partei beginnt, l&#228;sst sich bei einem so umfassenden politischen Projekt, wie es die AfD verfolgt, kaum voneinander trennen. Andererseits w&#252;rde die AfD mit mehr Parteimitgliedern in den Schaltstellen des Zentrums ihren Einfluss auf den Verein steigern.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Trump hat Carl Schmitt nicht gelesen]]></title><description><![CDATA[Die deutsche Rechte beruft sich auf Carl Schmitt, um Trumps Au&#223;enpolitik zu erkl&#228;ren. Wer den NS-Juristen aber tats&#228;chlich liest, merkt schnell: Das passt nicht zusammen.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/trump-hat-carl-schmitt-nicht-gelesen</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/trump-hat-carl-schmitt-nicht-gelesen</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Mon, 09 Feb 2026 09:44:05 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/53393233-8dff-4a62-b0fb-19b55c7d8541_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die deutsche Rechte hat ein Problem mit Carl Schmitt. Vielleicht nicht direkt mit dem Staatsrechtler, aber daf&#252;r mit der Rezeption seiner Schriften. Carl Schmitt, dessen Theorie der &#8222;v&#246;lkerrechtlichen Gro&#223;raumordnung mit Interventionsverbot f&#252;r raumfremde M&#228;chte&#8220;<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> im Jahr 1939 erschien, wird seit dem Angriff auf Venezuela wieder intensiv zitiert. Maximilian Krah <a href="https://x.com/KrahMax/status/2007421806659973589">schrieb nach dem US-Schlag auf X</a>: &#8222;Rechts ist Gro&#223;raumordnung, und nicht &#8218;rules-based international order&#8216;&#8220;. Auch der au&#223;enpolitische Sprecher der AfD, Markus Frohnmaier, zeigte sich angetan: Die Welt ordne sich &#8222;schmittianisch neu&#8220;. Auch deutsche Leitmedien sehen in Trump einen Schmitt-Adepten. Das Handelsblatt <a href="https://www.handelsblatt.com/meinung/morningbriefing/venezuela-grossraumordnung-ein-rechter-deutscher-als-trump-erklaerer/100188770.html">schrieb von einem &#8222;gruseligen Comeback&#8220;</a> des Staatsrechtlers; die SZ, <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/trump-russland-usa-groenland-voelkerrecht-li.3372201?reduced=true">dass seine Theorien &#8222;derzeit Paten f&#252;r Donald Trumps Politik&#8220; </a>zu sein scheinen.</p><p>Nur: Wer Schmitt tats&#228;chlich liest, erkennt schnell, dass sich seine Theorie kaum eignet, um Trumps Vorgehen zu erkl&#228;ren oder gar zu rechtfertigen.</p><h3><strong>Das Scheitern der liberalen Ordnung</strong></h3><p>Schmitt entwickelte seine Gro&#223;raumtheorie in einer Zeit, als die v&#246;lkerrechtliche Ordnung zusammenbrach. Der Erste Weltkrieg war bereits der erste Sargnagel f&#252;r die Staatenordnung, die Europa seit 1648 bestimmt hatte. Auch danach hatte der V&#246;lkerbund seine Ohnmacht sp&#228;testens 1931 beim japanischen Einmarsch in die Mandschurei und beim italienischen Abessinienkrieg 1935/36 bewiesen. Als deutsche Truppen im M&#228;rz 1939 in Prag einmarschierten und das Protektorat B&#246;hmen und M&#228;hren errichteten, war die auf dem Versailler Vertrag basierende Ordnung endg&#252;ltig zusammengebrochen. Die Idee einer kollektiven Sicherheitsordnung, in der Staaten ihre Souver&#228;nit&#228;t durch gemeinsame Institutionen sch&#252;tzen, war vorerst gescheitert.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Unmittelbar ging es Schmitt in dieser Zeit offenbar darum, die Expansionspolitik der Nazis zu rechtfertigen. Doch sein Anspruch war gr&#246;&#223;er: Er wollte eine neue v&#246;lkerrechtliche Ordnung entwerfen, die stabiler sein sollte als die gescheiterte liberale Staatenordnung. Seine Alternative ist eine Gro&#223;raumordnung aus mehreren Regionalm&#228;chten, die jeweils eine Einflusszone kontrollieren, in die andere M&#228;chte nicht intervenieren d&#252;rfen. Das zentrale Vorbild f&#252;r eine solche Ordnung fand Schmitt in der US-amerikanischen Monroe-Doktrin von 1823.</p><p>Die Monroe-Doktrin besagt im Kern, dass die USA unabh&#228;ngig von europ&#228;ischen M&#228;chten agieren sollten. Innerhalb des amerikanischen Kontinents d&#252;rfe es darum keine europ&#228;ischen Kolonien mehr geben, und keine nicht-amerikanische Macht solle auf dem amerikanischen Kontinent intervenieren. F&#252;r Schmitt war sie das &#8222;erste und bisher erfolgreichste Beispiel eines v&#246;lkerrechtlichen Gro&#223;raumprinzips&#8220;.</p><h3><strong>Mehr als nur Interessensph&#228;ren</strong></h3><p>Doch man darf Schmitt dabei nicht missverstehen. Es geht ihm nicht blo&#223; darum, dass die USA ihre Interessensph&#228;re absteckten. Das w&#252;rde nicht ausreichen, um ein v&#246;lkerrechtliches Gro&#223;raumprinzip zu begr&#252;nden. Vielmehr m&#252;ssten dazu Raum, Volk und politische Idee zusammenkommen. Im US-amerikanischen Fall war das f&#252;r Schmitt die politische Idee der Losl&#246;sung vom britischen Monarchismus und Kolonialismus. Die US-Amerikaner stellten sich gegen das &#8222;monarchistisch-dynastische Legitimit&#228;tsprinzip&#8220;, mit dem die Briten ihre weltweiten Interventionen rechtfertigten. So entstand laut Schmitt die &#8222;Verbindung von politisch erwachtem Volk, politischer Idee und politisch von dieser Idee beherrschtem, fremde Interventionen ausschlie&#223;endem Gro&#223;raum&#8220;.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!aLC5!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9a9a55d4-7515-49bb-a940-e077081d5b4c_2100x1485.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!aLC5!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9a9a55d4-7515-49bb-a940-e077081d5b4c_2100x1485.jpeg 424w, 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data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9a9a55d4-7515-49bb-a940-e077081d5b4c_2100x1485.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:false,&quot;imageSize&quot;:&quot;normal&quot;,&quot;height&quot;:1030,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:727.9948120117188,&quot;bytes&quot;:2754804,&quot;alt&quot;:&quot;Carl Schmitt und Donald Trump haben weniger gemein, als oft behauptet wird.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/i/187371361?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9a9a55d4-7515-49bb-a940-e077081d5b4c_2100x1485.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:&quot;center&quot;,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Carl Schmitt und Donald Trump haben weniger gemein, als 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Ohne sie gibt es f&#252;r Schmitt keinen legitimen Gro&#223;raum, sondern nur blanke Machtpolitik. Schmitt beschreibt ausf&#252;hrlich, wie sich die Monroe-Doktrin von ihrer urspr&#252;nglichen Idee entfernte. Im Jahr 1904 &#228;nderte n&#228;mlich US-Pr&#228;sident Theodore Roosevelt ihren Anspruch: Interventionen sollten nicht mehr grunds&#228;tzlich ausgeschlossen werden. Stattdessen beanspruchten die USA nun ein alleiniges Recht, auf dem amerikanischen Kontinent in anderen Staaten zu intervenieren. &#8222;Der liberale Freiheitsgedanke&#8220;, schreibt Schmitt dazu kritisch, &#8222;dient jetzt seinerseits dazu, einen blo&#223;en status quo rechtlich zu sanktionieren und einem Weltbesitz die Heiligkeit des Rechts, die Weihe der Legalit&#228;t und der Legitimit&#228;t zu geben&#8220;.</p><p>Das V&#246;lkerrecht sollte f&#252;r Schmitt aber gerade keine blo&#223;e Legitimierung f&#252;r sowieso existierende Machtpolitik sein. Ebenso wenig wollte er eine &#8222;imperialistische, unter humanit&#228;ren Vorw&#228;nden in alles sich einmischende Weltideologie&#8220;. Der britische Anspruch etwa, seine Verkehrswege weltweit mit milit&#228;rischen Mitteln zu sichern und den Suez-Kanal zu kontrollieren, war f&#252;r ihn nicht legitim. Denn er ersetzte das, was er als &#8222;konkreten Raumgedanken&#8220; bezeichnete, durch vermeintlich allgemein g&#252;ltige Prinzipien wie den Freihandel.</p><p>Aus nicht-rechter Sicht gibt es kaum einen Grund, diese Idee einer Gro&#223;raumordnung zu teilen: Sie setzt die weitgehende politische Homogenit&#228;t eines Volkes voraus; eine Reihe antisemitischer Aussagen zeigt, dass Schmitt bereit war, diese Homogenit&#228;t durch den Ausschluss einzelner Gruppen herzustellen. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass Schmitt in seinem Band abschlie&#223;end erkl&#228;rt, die politische Idee des &#8222;Dritten Reichs&#8220; sei die &#8222;Achtung jedes Volkes als einer durch Art und Ursprung, Blut und Boden bestimmten Lebenswirklichkeit&#8220;. Das deutsche Reich &#8211; &#8222;wesentlich volkhaft bestimmt&#8220; &#8211; habe als gr&#246;&#223;te Macht nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, diese Idee milit&#228;risch im Rest Europas umzusetzen.</p><p>Aber es ist doch wichtig, zu verstehen, warum Schmitt f&#252;r Rechte seit Jahrzehnten &#252;berhaupt so interessant ist: Seine Theorie versucht, eine Legitimation f&#252;r milit&#228;rische Machtpolitik zu finden, die &#252;ber das blo&#223;e Recht des St&#228;rkeren hinausgeht. Er versucht etwas Drittes zu denken: kein universelles V&#246;lkerrecht, aber auch nicht <em>blo&#223;e</em> Machtlegitimation. Keine politische Bewegung kann ausschlie&#223;lich auf das Recht des St&#228;rkeren setzen &#8211; sie muss immer Gr&#252;nde finden, warum die Ordnung, die sie anstreben, f&#252;r alle besser w&#228;re; eine politische Ideologie muss ihre partikularen Interessen immer als Interessen der Allgemeinheit darzustellen. Das versucht Schmitt, mit seiner Theorie f&#252;r die au&#223;enpolitische Ordnung zu schaffen &#8211; und darum wird er bis heute als Vordenker rezipiert.</p><h3><strong>Trump fehlt die politische Idee</strong></h3><p>So vertrat Maximilian Krah in seinem 2023 erschienenen Buch <em>Politik von rechts </em>unter R&#252;ckgriff auf Carl Schmitt das Konzept einer multipolaren Weltordnung, in der zwei politische Ideen aufeinandertrafen:</p><blockquote><p>&#8222;Der Gegensatz besteht [&#8230;] zwischen einer unipolaren Welt im Sinne des globalisierten Westens [&#8230;] und einer multipolaren Welt verschiedener Gro&#223;r&#228;ume, die sich selbst organisieren, regelm&#228;&#223;ig durch angestammte Regionalm&#228;chte, und in die raumfremde M&#228;chte nicht intervenieren d&#252;rfen.&#8220;<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></p></blockquote><p>Da die USA nun auf dem gesamten amerikanischen Kontinent nicht raumfremd sei, fand er die Intervention in Venezuela gerechtfertigt: &#8222;Trump macht Politik ehrlich&#8220;, schrieb er in einem ausf&#252;hrlichen Artikel auf X. &#8222;Er schafft eine Ordnung, die sich nicht hinter l&#228;ngst &#252;berholten und ausgeh&#246;hlten Prinzipien versteckt, sondern auf der Wirklichkeit basiert.&#8220; Explizit bezieht auch er sich auf die Monroe-Doktrin, die Trump durch seinen Einsatz in Venezuela wiederbelebe. Auch der Anspruch auf Gr&#246;nland sei Teil dieser Gro&#223;raumstrategie. &#8222;Wir erleben einen Wandel der internationalen Ordnung hin zu Schmitts Gro&#223;raumordnung&#8220;, hie&#223; es in einem weiteren Post.</p><p>Diese Lesart unterschl&#228;gt jedoch zwei entscheidende Punkte. Erstens: Eine konkrete politische Idee, die f&#252;r Schmitt Bedingung ist, um als legitimer Gro&#223;raum zu gelten, fehlt in Trumps Amerika v&#246;llig. Wenn es ein politisches Prinzip gibt, das Trump verfolgt, dann sind es vielleicht die Grenzenlosigkeit der Selbstbereicherung durch politische &#196;mter und der Glaube an die universelle Macht des Geldes. Beides ist keine politische Idee im Schmittschen Sinne, sondern purer Opportunismus.</p><p>Zweitens: Wie erkl&#228;rt man mit der Monroe-Doktrin die Schl&#228;ge gegen den Iran, die bedingungslose Unterst&#252;tzung Israels oder die Existenz amerikanischer Milit&#228;rbasen in Deutschland, Somalia und S&#252;dkorea? All das liegt nicht im &#8222;amerikanischen Gro&#223;raum&#8220;. Es sind vielmehr Versuche einer Imperialmacht, ihre &#246;konomische, politische und milit&#228;rische Macht global einzusetzen.</p><p>Trump macht also genau das, was Schmitt an der Roosevelt&#8217;schen Perversion der Monroe-Doktrin kritisierte: Er nutzt gro&#223;raumtheoretische Rhetorik, um blanke Machtpolitik zu legitimieren. Das kann man als Rechter nat&#252;rlich gut finden und sich ein &#228;hnliches Vorgehen auch f&#252;r Deutschland w&#252;nschen. Aber mit Carl Schmitt hat das nur bedingt etwas zu tun.</p><p>Dabei ist ja &#8211; selbst, wenn man die Theorie von Schmitt aufgrund seiner v&#246;lkischen Grundlagen ablehnt &#8211; das interessante an Schmitt, dass er eine rechte Au&#223;enpolitik etabliert, die nicht blo&#223; darin besteht, die real existierende milit&#228;rische Macht zu legitimieren. Man kann davon ausgehen, dass Krah seinen Schmitt gelesen hat. Dass er heute trotzdem nur den halben Schmitt anwendet, zeigt vielleicht, dass es weniger darum geht, ernsthaft an einer alternativen Ordnung zu arbeiten, sondern eher darum, jeden Angriff auf die existierende Ordnung zu rechtfertigen.</p><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>Carl Schmitt: V&#246;lkerrechtliche Gro&#223;raumordnung mit Interventionsverbot f&#252;r raumfremde M&#228;chte. Ein Beitrag zum Reichsbegriff im V&#246;lkerrecht, Berlin 2022 [1941].</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Maximilian Krah: <em>Politik von rechts</em>, Schnellroda 2023.</p><p></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kulturpolitik als Waffe: Was die AfD mit Sachsen-Anhalt vorhat]]></title><description><![CDATA[F&#252;r die meisten Parteien ist Kulturpolitik ein Randthema. Die AfD in Sachsen-Anhalt macht daraus jedoch die &#8222;entscheidende Voraussetzung&#8220; f&#252;r jede politische Wende.]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/kulturpolitik-als-waffe-afd-sachsen-anhalt-regierungsprogramm</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/kulturpolitik-als-waffe-afd-sachsen-anhalt-regierungsprogramm</guid><dc:creator><![CDATA[Nils Schniederjann]]></dc:creator><pubDate>Tue, 03 Feb 2026 15:23:27 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c319b4c4-2be5-4cdc-a6e2-c54da71e7256_4200x2669.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Die AfD k&#246;nnte im Herbst die Regierung von Sachsen-Anhalt &#252;bernehmen. Weil W&#228;hler es m&#246;gen, mit ihrer Wahl auf der Gewinnerseite zu stehen, wird die Partei selbst nicht m&#252;de, den Eindruck zu erwecken, ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund st&#252;nde schon mit halbem Fu&#223; in der Magdeburger Staatkanzlei. Entsprechend ist der Sound ihres Wahlprogramms. Vergangene Woche <a href="https://table.media/assets/berlin/26-01-23_entwurf_afd-regierungsprogramm-2026-sachsen-anhalt.pdf">wurde ein Entwurf &#246;ffentlich</a>, der selbstbewusst und medienwirksam mit dem Titel &#8222;Regierungsprogramm&#8220; &#252;berschrieben ist. Der Entwurf stammt vom Landesverband selbst und umfasst rund 150 Seiten. Er soll Mitte April von einem Landesparteitag beschlossen werden.</p><p>Das Programm liest sich in weiten Teilen erwartbar: Die Partei will mehr Abschiebungen und eine &#8222;Remigrationsoffensive&#8220; mit eigener Stabsstelle, ein Baby-Begr&#252;&#223;ungsgeld von bis zu 4.000 Euro f&#252;r Familien mit deutscher Staatsb&#252;rgerschaft, drastische K&#252;rzungen beim &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk auf maximal zwei Programme, &#8222;linksextremen Vereinen&#8220; jede F&#246;rderung streichen und die Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht. Vieles davon stand auch schon im letzten Wahlprogramm, manche Passagen stammen sogar wortgleich aus dem ersten Wahlprogramm des Landesverbands 2016.</p><h3>Warum die AfD auf Kulturpolitik fokussiert</h3><p>Interessant sind aber, wie immer bei solchen Texten, die Zwischent&#246;ne. Hier zeigt sich, dass sich die Priorit&#228;ten erheblich verschoben haben. So ist der Teil zur Kultur- und Medienpolitik von knapp einer Seite vor zehn Jahren auf inzwischen 15 Seiten angewachsen. In der Einleitung dieses Kapitels liefert die AfD eine kurze, aber pr&#228;gnante Analyse der Gr&#252;nde f&#252;r die aus ihrer Sicht fehlerhafte Politik der vergangenen Jahre. &#8222;Das Zerst&#246;rungswerk der Altparteien kann nicht mehr l&#228;nger mit Inkompetenz erkl&#228;rt werden&#8220;, hei&#223;t es dort. Man wolle sich aber auch davor h&#252;ten, ihnen bewusst sch&#228;dliches Verhalten vorzuwerfen. Die Partei findet eine andere Erkl&#228;rung:</p><blockquote><p>&#8222;Grund f&#252;r das destruktive Handeln der Altparteien ist weniger ein b&#246;ser Wille, als eher Hemmung und Schw&#228;che. Es ist eine Unf&#228;higkeit, deutsche Interessen zu verteidigen und ein manischer Zwang, sich selbst zu schaden. Nationalmasochismus und fehlendes Selbstbewusstsein aber beruhen auf kulturellen Voraussetzungen. Die letzten Ursachen der aktuellen Misere sind somit kultureller Art und k&#246;nnen deshalb nur durch gezielte Arbeit an den kulturellen Voraussetzungen geheilt werden.&#8220;</p></blockquote><p>Damit &#252;bernimmt der Landesverband die beiden wohl wichtigsten neurechten Thesen: erstens, dass es die kulturelle Ver&#228;nderung ist, die einem politischen Wandel vorausgehen muss. Und zweitens, dass es im Kern das gest&#246;rte Verh&#228;ltnis zur Vergangenheit ist, das die Deutschen davon abh&#228;lt, zu alter Gr&#246;&#223;e zur&#252;ckzufinden.</p><h3>Abgrenzungen zur &#8222;alten&#8220; Rechten</h3><p>Erstere These ist einer der entscheidenden Punkte, der die Neue Rechte von einer etwaigen alten Rechten unterscheidet. Sie grenzte sich einerseits von der militanten Rechten aus der ersten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts ab, indem sie auf die Metapolitik, also die kulturelle Ver&#228;nderung des vorpolitischen Raums setzte. Und sie grenzte sich dadurch auch von den b&#252;rgerlichen Konservativen ab, deren Sache in Deutschland &#8222;das Grunds&#228;tzliche nicht&#8220; sei &#8211; die sich also lieber mit Sachpolitik befassen als mit den theoretischen Grundlagen ihrer Politik &#8211;, wie Karlheinz Wei&#223;mann einmal in der Theoriezeitschrift <em>Sezession</em> schrieb. Und so entwickelte sich die Strategie des &#8222;geistigen B&#252;rgerkriegs&#8220;, wie sie G&#246;tz Kubitschek bezeichnet.</p><p>Und dieser soll insbesondere auf dem Feld der Kultur- und Erinnerungspolitik stattfinden. So hie&#223; es 1968 bei dem zentralen neurechten Vordenker Armin Mohler, dass man die Deutschen durch &#8222;das Dogma der ewigw&#228;hrenden Kollektivschuld klein und h&#228;&#223;lich halten [wolle], damit sie weiterhin physisch und psychisch erpre&#223;bar bleiben&#8220;. Und so m&#252;sse mit der Vergangenheitsbew&#228;ltigung Schluss gemacht werden, &#8222;weil sie Politik blockiert und unm&#246;glich macht&#8220;.</p><h3>Der Kern &#8222;patriotrischer Kulturpolitik&#8220;</h3><p>Diese Konvergenz findet sich nun auch bei der AfD Sachsen-Anhalt, wenn sie eine &#8222;neue, patriotische Kulturpolitik&#8220; fordert, mit der sie &#8222;den Deutschen ihr Selbstbewusstsein zur&#252;ckgeben&#8220; will. Es sind eine Reihe teils kurioser, teils erschreckender, teils wohl verfassungswidriger Vorschl&#228;ge, die die Partei daf&#252;r in Aussicht stellt: So will sie die Kampagne #moderndenken, mit der die Landesregierung Leistungen von universeller Relevanz aus Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt stellt, ersetzen durch die Kampagne #deutschdenken, mit der, nun ja, Deutsche in den Mittelpunkt ger&#252;ckt werden sollen.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><p>Au&#223;erdem soll es einen neuen Landesbeauftragten f&#252;r Kriegsdenkm&#228;ler geben, der diese auf Vordermann bringt &#8211; explizit unabh&#228;ngig davon, f&#252;r welche kriegerischen Leistungen die Soldaten jeweils geehrt werden. Das hei&#223;t: Auch die Soldaten, die f&#252;r Hitlers Angriffs- und Expansionskriege gek&#228;mpft haben, &#8222;haben ihr Leben f&#252;r die Verteidigung ihres Landes gegeben&#8220;, wie die AfD schreibt. &#8222;Es ist ein erstes Zeichen der patriotischen Wende, dass wir dieses gro&#223;e Opfer anerkennen und ehren.&#8220;</p><p>Der rechtlich wohl umstrittenste Punkt l&#228;uft unter dem Stichwort &#8222;Kein Staatsgeld f&#252;r antideutsche Kunst und Kultur!&#8220;. Demnach soll nur noch Kunst gef&#246;rdert werden, &#8222;die einen Beitrag zur deutschen Identit&#228;tsfindung leistet&#8220;. Auch wenn sich dieser Punkt bereits im vergangenen Wahlprogramm des Landesverbands fand, d&#252;rfte er im Falle einer versuchten Umsetzung wohl zumindest vor dem Verfassungsgericht landen. Die Kunstf&#246;rderung nach inhaltlichen Kriterien &#8211; zum Beispiel danach, wie deutsch ein Kunstwerk ist &#8211; in Deutschland n&#228;mlich so nicht vorgesehen.</p><p>F&#252;r die meisten Parteien ist die Kulturpolitik nur ein mehr oder weniger l&#228;stiger, jedenfalls ein vernachl&#228;ssigbarer Posten, wenn es darum geht, die gro&#223;en Weichen zu stellen. Zun&#228;chst kommen Wirtschaft, Sicherheit und, je nach Partei, Soziales. Auch f&#252;r die AfD war die Kultur lange ein Nebenaspekt. Doch durch den Einfluss der Neuen Rechten &#228;ndert sich das. Und so schreibt die AfD Sachsen-Anhalt in ihrem Entwurf, all diese Ma&#223;nahmen seien &#8222;die entscheidende Voraussetzung f&#252;r eine patriotische Wende auf allen Gebieten&#8220;.</p><p>&#8222;Alles ist m&#246;glich&#8220;, schreiben die Autoren selbstbewusst in der Pr&#228;ambel des Entwurfs. Gemeint ist damit nichts Geringeres als der Beweis, dass sich der &#8222;geistige B&#252;rgerkrieg&#8220;, jahrzehntelang von der Neuen Rechten gepredigt und ausgerufen, auch vom Regierungssitz aus f&#252;hren l&#228;sst. Neurechte Theorie w&#252;rde somit zu staatlicher Praxis.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">&#220;ber Rechts ist eine von Leser unterst&#252;tzte Publikation. Um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen, ziehen Sie in Betracht, ein Free- oder Paid-Abonnent zu werden.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Wirtschaft sehnt sich nach der starken Hand]]></title><description><![CDATA[Was Gabor Steingart und Carl Schmitt eint]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/die-wirtschaft-sehnt-sich-nach-der</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/die-wirtschaft-sehnt-sich-nach-der</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Fri, 30 Jan 2026 10:26:29 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/1afba893-5f0c-4c30-a76a-23ce1d171359_2100x1485.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Neulich sa&#223; der Medienunternehmer Gabor Steingart im Podcast von Paul Ronzheimer und stellte dort sein neues Buch <em>Systemversagen</em> vor. Er sprach &#252;ber Verfehlungen der Politik, &#252;ber die Mutlosigkeit von Politikerinnen und Politikern und &#252;ber die mangelnde Arbeitsmoral der Bev&#246;lkerung. All das sorge daf&#252;r, dass es so schlecht um den Wirtschaftsstandort stehe. Soweit vorhersehbar.</p><p>Doch dann wurde er auf eine Passage in seinem Buch angesprochen, wonach auch die Verfassung der Bundesrepublik ein Problem sei. Man habe in Deutschland nach 1945 n&#228;mlich nicht nur nie wieder Krieg gewollt, sondern auch nie wieder einen F&#252;hrer. &#8222;Okay, klingt gut&#8220;, so Steingart. &#8222;Das Ergebnis war aber auch: nie wieder F&#252;hrung.&#8220; Der Kanzler sei wegen dieser Konstruktion heute machtlos und k&#246;nne eigentlich nichts &#228;ndern. Gabor Steingart, einer der wichtigsten Publizisten des Landes, bedauert also, dass Deutschland ein starker F&#252;hrer fehlt? Kann Gabor Steingart, der f&#252;r viele als der in der Wirtschaft am besten vernetzte Journalist gilt, das wirklich so gemeint haben?</p><p>Ein Blick in sein neues Buch <em>Systemversagen. Aufstieg und Fall einer gro&#223;artigen Wirtschaftsnation</em> zeigt: Hier schreibt zwar kein Rechtsradikaler, der sich Hitler zur&#252;ckw&#252;nscht. Ein Grund zur Entwarnung ist das aber nicht. Denn die Passagen, in denen sich Steingart mit der Verfassung und dem Anti-F&#252;hrer-Staat befasst, sind geradezu paradigmatisch f&#252;r eine Tendenz, die weit &#252;ber das rechtsradikale Lager der AfD und ihrem Vorfeld hinausweist: den zunehmenden Wunsch nach der starken Hand, die einfach mal macht; den Wunsch nach einem zunehmend autorit&#228;ren Kapitalismus. In Teilen der Elite ist er inzwischen salonf&#228;hig geworden.</p><h3><strong>Was meint Gabor Steingart damit, dass ihm ein F&#252;hrer fehlt?</strong></h3>
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   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Umgang mit Martin Sellner, oder: Wie man Bewegungsunternehmer wird ]]></title><description><![CDATA[Das Verh&#228;ltnis von Martin Sellner zur AfD ist widerspr&#252;chlich. Wie geht die Partei mit diesem radikalen Vordenker um? Und warum is es kein Zufall, dass Sellner zunehmend zum Problem wird?]]></description><link>https://www.ueberrechts.de/p/afd-martin-sellner-bewegungsunternehmer</link><guid isPermaLink="false">https://www.ueberrechts.de/p/afd-martin-sellner-bewegungsunternehmer</guid><dc:creator><![CDATA[Sebastian Friedrich]]></dc:creator><pubDate>Sat, 24 Jan 2026 07:40:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/185604853/945cc6ffcb716a6c77cfc70d25c8d03f.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Sp&#228;testens seit der Correctiv-Recherche vor zwei Jahren z&#228;hlt Martin Sellner zu den bekanntesten Gesichtern der deutschsprachigen radikalen Rechten. Wir nehmen die aktuellen Debatten um eine Veranstaltung von Sellner mit der AfD-Abgeordneten Lena Kotr&#233; zum Anlass, um &#252;ber ihn als politischen Typus zu sprechen: als Aktivisten, Strategen und Bewegungsunternehmer.</p><p>Wir analysieren das ambivalente Verh&#228;ltnis zwischen Partei und rechtsradikalem Vorfeld und fragen, warum die AfD immer wieder auf Sellners Begriffe und Deutungsmuster zur&#252;ckgreift, sich zugleich aber formell von seiner Person distanzieren muss.</p><p>Im Zentrum der Folge steht Sellners Denken: seine Vorstellung von Remigration, seine strategische Fixierung auf einen rechten Hauptwiderspruch und sein Versuch, langfristig eine Verschiebung des politischen Koordinatensystems zu erreichen.</p><p>Wir diskutieren au&#223;erdem die Grenzen der Figur des Bewegungsunternehmers. Welche Dynamiken entstehen, wenn politische Relevanz dauerhaft &#252;ber Aufmerksamkeit hergestellt werden muss? Wie abh&#228;ngig ist Sellner von seinem Publikum und seinen Unterst&#252;tzern? Um das zu verstehen, werfen wir einerseits einen Blick in seine B&#252;cher und haken andererseits bei Martin Sellner selbst nach.</p><p>Abschlie&#223;end fragen wir, welche strukturelle Funktion Sellner f&#252;r die rechtsradikale Bewegung insgesamt erf&#252;llt, inwiefern er ihr nutzt und zugleich zum Problem werden k&#246;nnte.</p><p>Dies ist eine von zwei Podcast-Folgen, die wir jeden Monat produzieren. Dabei gibt es eine Folge, die sich mit einem aktuellen Thema besch&#228;ftigt (zum Beispiel diese hier), sowie eine weitere Bonusfolge, in der wir gemeinsam ein Buch lesen und &#252;ber die Theorien der Rechten sprechen. Da wir den Podcast und den Newsletter v&#246;llig unabh&#228;ngig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterst&#252;tzung angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat unterst&#252;tzen und erh&#228;ltst Zugriff auf alle Folgen:</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.ueberrechts.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.ueberrechts.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>